Sielmanns Natur-Ranger
Deutschland e.V.

Die Jugendorganisation der Heinz Sielmann-Stiftung

Unser Teamleiterseminar II-2009

Vom 30. Oktober bis 01. November 2009 in der Heinz-Sielmann-Stiftung auf Gut Herbigshagen (Duderstadt)
Freitag - Anreise, Vorstandswahl Im neu errichteten Holzhaus auf der Dachsburg treffen nach und nach die Teamleiter und Betreuer aus allen Ecken Deutschlands zum gemeinsamen Abendessen ein. Im Seminarraum des Hauptgebäudes, welches sich einige Meter unterhalb der Dachsburg befindet, heißt der Vorstand alle Teilnehmer alle willkommen. Da der geschäftsführende Vorstand Dirk Schotten aus gesundheitlichen Gründen leider kurzfristig absagen musste, übernimmt Jan F. Turner die Moderation des Abends. Jan F. Turner zieht sich aus privaten Gründen von seinem Vorstandsposten zurück. So wird an diesem Abend ein neues Vorstandsmitglied gewählt. Nachdem zwei Kandidaten vorgeschlagen wurden, fällt die Wahl auf Hans-Peter Stollberg aus dem Team Jena, der seit der Gründung des Vereins aktiv dabei ist. Auf der Dachsburg sitzen zu später Stunde alle in gemütlicher Runde um ein Lagerfeuer und bekommen einen ersten Eindruck von der Musik der Lakota-Indianer. Jan F. Turner und unser Gast Levi EagleFeather singen und schlagen auf selbstgebaute Trommeln. Samstag - „Eine Reise zu unseren Wurzeln“, ein Vortrag von Levi EagleFeather, einem Angehörigen des Lakota-Stammes aus Minnesota (USA) Für das Wochenende ist ein ganz besonderer Gast dabei: Levi EagleFeather. Levi gehört zum Stamm der Lakota („Verbündete“). Die Lakota sind eine Gruppe der Sioux-Nation, ein nordamerikanisches Indianervolk. Zu ihnen gehören auch die Dakota, die wiederum Namensgeber für die beiden US-Staaten North und South Dakota sind. Im letzteren wuchs Levi auf. Nachdem er zwischendurch nach St. Paul, Minnesota, gezogen war, siedelte er im November 2008 mit seiner deutschen Frau Sabine nach Deutschland. Das Overather Team hat das Glück mit ihm zusammenarbeiten zu dürfen. Levi vermittelt während seines Vortrags das viele tausend Jahre alte Naturwissen der nordamerikanischen Lakota-Indianer und zeigt damit die Basis der menschlichen Grundbedürfnisse. Es gibt sog. „Sacred Numbers“ (heilige Nummern), mit denen sich nach indianischer Anschauung alles erklären lässt bzw. in denen sich viele Naturgesetze wieder finden. Während seines Vortrags wird einem bewusst, dass sich Parallelen zum deutschen Denken finden lassen. „Sacred Numbers“: 4 7 13 - Natur-Elemente - Hautschichten - Monde - Jahreszeiten - Richtungen - etc. - Anzahl der Mägen einer Kuh - etc. - human make-up 1 - etc. Die Listen lassen sich sicherlich noch fortsetzen. Sie sollen uns daran erinnern, dass es für einen sinnvollen Naturschutz wichtig ist, mit der Natur in Harmonie/Balance zu stehen. Dazu sind auch die Kernelemente von fundamentaler Bedeutung: der Mensch sollte emotionale, spirituelle, intellektuelle und physikalische Elemente in sich vereinen, damit eine soziale Ebene geschaffen wird, auf der sich dann wiederum die Gesellschaft befindet bzw. erst entwickeln kann. Der Mensch ist von Natur aus immer auf der Suche nach „Mehr…“. Am effektivsten kann dies jedoch nur erreicht werden, wenn er die heiligen Nummern und die Kernelemente berücksichtigt und darauf achtet, diese in Balance zu halten. Des weiteren lässt sich mit den heiligen Nummern die Indianische Sicht auf Kinder darstellen: bis 4jahre: Kinder haben viel von ihrer Persönlichkeit entwickelt abhängig unter welchem Mond sie geboren sind bis 7 Jahre: Charakter hat sich voll ausgebildet bis 13 Jahre: Erwachsenenalter Levi hat deutlich gemacht, dass die Indianer viel Wert auf den Zusammenhalt der Familie legen, denn in ihr sehen sie die allgemeine Kraft für jeden Einzelnen. Da jeder zum Gelingen beitragen muss, werden den Kindern schon früh Verantwortungen übertragen. So fühlen diese sich ernst genommen und als vollwertiges Mitglied der Familie. In Deutschland dominiert eher die Einstellung, dass Kinder noch nicht reif genug sind und vom Erwachsenen wird beurteilt, was ihrer Meinung nach Kinder schon können. Damit werden sie oft unterfordert und es kommt zu einer starken Abhängigkeit. So sind viele Kinder oft gelangweilt und es entstehen Probleme wie Konzentrationsschwäche oder das Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom. Diesen Dingen kann man entgegenarbeiten, in dem man die Kinder beim Erwachsenenwerden begleitet. Dafür ist es aber auch wichtig, dass sich der Erwachsene immer wieder folgende Dinge bewusst macht: Wocekiya - „Prayer“ (nicht im religiösen Sinne, sonder die Natur/die Erde anbeten; dankbar sein für sein Leben und jeden Tag) Waohola - „be respektful of all things“ Waunsila - „to care, to sympathize“ (compassion - vor allem für sich selbst) Wowicake - „that which is real, the way the world is“ (truth - nicht gegen sie handeln) Wawokiye - „to help, to share, to give, to be generous“ „to be helpful without waiting to be asked“ Wahwala - „walk quietly, slowly, humble“ (mit Demut) Woksape - „to understand what ist right and true, to use knowledge wisely“ (wisdom) Auch wenn Kinder in der indianischen Welt viel früher für erwachsen gehalten werden, so brauchen sie dennoch Vorbilder. Lebt man selbst nach diesen Dingen, dann kann man dies nicht nur leichter der nächsten Generation weitergeben, sondern die nächste Generation sieht auch, dass es sich lohnt nach diesen ungeschriebenen Regeln zu handeln und zu leben. Kinder wollen von den Älteren lernen, so sollten die Erwachsenen ihnen auch die Möglichkeit geben. In der hektischen westlichen Welt verringert sich immer mehr die Zeit, die Erwachsene mit Kindern verbringen. Dadurch fehlt dann auch die Achtung und der Respekt von Jüngeren gegenüber Älteren. Levi hat deutlich gemacht, dass sich die heutige Gesellschaft mehr Richtung Konsum bewegt und dabei seine ganz eigenen Grundbedürfnisse außer Acht lässt. Der Weg zurück in den natürlichen Kreislauf muss erst wieder bewusst gemacht werden. 2 Am späten Nachmittag besteht die Möglichkeit sich das Gut Herbigshagen in Ruhe anzuschauen. Die Ausstellung zeigt das Leben und Werk Prof. Heinz Sielmanns. Die Außenanlage bietet Gelegenheit für kleine Spaziergänge; so auch zur Franz-von-Assisi-Kapelle, wo Prof. Heinz Sielmann 2007 beigesetzt wurde. Zu später Stunde treffen sich die mutigen in der Holztippi auf der Dachsburg, um im Inneren bei einem Feuer zusammenzusitzen und Halloween zu feiern. Sonntag - Crashkurs Internet, Besichtigung Duderstadts, Abreise Am letzten Tag finden sich alle Teilnehmer noch einmal im Seminarraum ein. Dort werden noch einige organisatorische Dinge geklärt und eine Einführung in die Nutzung und Bearbeitung der neuen Internetseiten gegeben. Im Anschluss folgt ein Rundgang durch Duderstadt, denn bei den bisherigen Treffen fehlte immer die Zeit sich die kleine Stadt mal anzuschauen. 3
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