Das Hohe Venn bei Monschau

Wer sich als Natur-Ranger in Monschau aufhält, der kommt - nahe an der belgischen Grenze und nicht weit weg vom Dreiländer-Eck in Aachen - nicht am Hohen Venn vorbei. Das Hohe Venn umfasst als Naturschutzgebiet seit 1957 etwa 4'100 Hektar Hoch- und Niedermoore, Heiden und Moorwälder. Davon liegt nur ein kleiner Teil auf deutschem Gebiet - der Großteil ist belgisch. Das Team Monschau unter dem Teamleiter Kurt Holtvoeth arbeitet bereits seit Jahren in der Nähe von Mützenich im "Rothen Venn" und den Venngebieten des "Hahnmeister".

Geografisch gesehen ist das Hohe Venn eine der größten Hochebenen der Ardennen. Die ausgedehnten Moorgebiete, die in vielen der Exkursionen dieser Woche auch direkt betrachtet werden konnten, entstanden, weil der Höhensattel von einer dicken, wasserundurchlässigen Schicht von Tonschlamm bedeckt ist, die wiederum das Ergebnis von Verwitterung ist. Und das Hochmoor ist eine natürliche Landschaft der besonderen Art: nährstoffarm, da es seine Nahrung in der Hauptsache durch Regen zugeführt bekommt, sehr sauer und sehr nass.

In der Eiszeit entstanden an Stellen, an denen sich Wasser gesammelt hat, sogenannte Frosthügel. Durch das Auftauen am Ende der Eiszeit hat sich um die Hügel ein Wall aus den im Eis enthaltenen Stoffen gebildet, der das Wasser in sich gehalten hat. Bei Maßnahmen nach dem Krieg wurden diese Wälle aufgebrochen und das Wasser entlassen, um standortfremde Pflanzen wie Fichten innerhalb der Wälle wachsen zu lassen.

Die Teams konnten somit hautnah die Arbeit des Monschauer Teams miterleben: Seit langer Zeit führen die Natur-Ranger im Venn Renaturierungsmaßnahmen durch. Sie entfernen die standortfremden Gehölze, bauen Dämme, um geeignete Stellen wieder zu vernässen und entfernen den natürlichen Aufwuchs an diesen sensiblen Stellen. Sie schaffen "Ökologische Trittbretter" (Prof. Sielmann). Kurz: Sie versuchen, Schritt für Schritt der durch den Menschen zu ihrem Nachteil veränderten Landschaft ihr natürliches Gesicht zurückzugeben.

Und wenn man Glück hat, und einen ganzen Arbeitstag im Hohen Venn verbringt, dann regnet es auch nicht. Und so konnte in aller Ruhe eine Fläche eines früheren Frosthügels von Fichten befreit werden: Die noch kleinen, höchstens 75cm großen Bäume, wurden am Ansatz abgeschnitten und aus der Moorfläche entfernt, um anderen Pflanzen wieder Platz und auch Licht zu geben. Die Gruppe der ganz kleinen Ranger von Teamleiter Frank Baldus stieß einige Stunden später zu den Arbeiten hinzu und ließ sich von den großen Rangern jeweils einzeln erklären, warum hier überhaupt mehr als ein Dutzend Ranger im Moor rumlaufen und Bäume abholzen
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