Freitag, 26.07.2002 - Tag 5

Heute wachte man mit dem Gedanken auf: dies wird unser letzter Tag sein... Ja, das diesjährige Sommercamp neigte sich dem Ende zu. Und tatsächlich hörte ich von mehreren, dass sie schon Lust hätten, noch eine Woche dran zu hängen... ich übrigens auch!

Naja, der Morgen verlief mit seinem Frühstück wie gewohnt. Doch eine gewisse Müdigkeit spielte den meisten so ihren Streich, so dass es ungewohnt still am Frühstückstisch war (zur Freude von Carsten). Wie Ralf so gern zu sagen pflegte: „...brauchst du Streichhölzer, um die Augen offen zu halten?“

Bis zu unserem Date mit dem WorldrangerTeam war noch etwas Zeit, um am Tischtennistisch abzuzocken und langsam wach zu werden. Doch um 10:00 Uhr hieß es wieder: Antreten im Heuboden! Hier stimmten wir gemeinsam den Worldrangersong an und ließen uns wiederum in Gruppen aufteilen, in dem wir Lose ziehen mussten (komisch, meine Gruppenkumpanen waren jeden Tag gleich...). Heute hieß das Thema „Energie“. Begonnen hat meine Gruppe mit einem Spiel über das Gleichgewicht der Energie auf der Erde. Ferner strengten wir unsere grauen Zellen an, wieso und warum es doch kein Gleichgewicht der Energie auf der Erde gibt und ob dies überhaupt gerecht sei. Alles klar??

Unsere nächste Station zeigte uns die Energienutzung früher und heute, welche Energiequellen es gibt und welche man wie am besten nutzen sollte. Waren da früher noch die großen rußenden Dampfmaschinen, nutzt der Mensch heute die immer vorhandene Sonnenenergie. Mit kleinen Solarzellen, die mit einem kleinen Propeller verbunden waren, erfuhren wir durch eigenes Experimentieren, wie wenig Licht schon reicht, um den Propeller zum Drehen zu bekommen.

Später wurde uns die Reise von der Baumwolle bis zur fertigen Jeans an Hand des Prinzipes des „ökologischen Rucksackes“ erklärt. Wir mussten erschrocken feststellen, dass das ein langer Weg ist und dass dabei viel zu viel kostbare und nur knapp auf der Erde vorhandene Energie verschwendet wird. Wir kamen zu der Frage: ist die Energie vielleicht einfach zu billig? Sollte sie teuerer angesetzt werden, so dass man die Produktion nach Deutschland verlegt und nicht in ferne asiatische Länder? Fragen über Fragen... und da ja bekannterweise unsere Energieresourcen nicht für ewig halten, bekamen wir gute Tipps, wie man allein durch Kleinigkeiten im Haushalt Energie ersparen kann.

Ziemlich hungrig kamen wir dann zum Mittagessen, diesmal gab es gebratene Minikartoffeln, Zucchini, Möhrchen und Zwiebeln, die man mit leckerem Kräuterquark vertilgen konnte. Und es war schon Zeit sich bei dem Küchenteam zu bedanken und zu verabschieden. Hey, Küchenfee vom ÖSTLI, das Essen war einfach klasse - überhaut keine Spur von Öko-Zeug.

Carsten hatte schon den ganzen Tag auf dem Plakat mit seinem Punkt „14:00 -15:00 Uhr P&F-Stunde“ für Aufregung unter den Rangern gesorgt. Waren die einen schon ganz hibbelig und nervös, da sie dachten nun würde die „Pause&Freizeit-Stunde“ anbrechen, waren die anderen eher skeptisch. Er löste das Rästel in nur einer Minute... „Putzen&Fegen“ war angesagt. Nur recht wiederwillig schlichen die Ranger aus dem Speisesaal in ihre Bunker zurück. Hektik brach aus, denn jeder wollte zu dem Zimmer gehören, welches als erstes fertig ist, denn die letzten mußten auch den Flur fegen. Komisch, verloren haben die Mädchen und geholfen haben die Jungs ...

Um 15:00 Uhr hatten wir uns mit Hans-Martin (Dozent der Studies) verabredet, weil er uns per Wanderung die schöne Natur Licherodes zeigen wollte. Gut ausgerüstet ging es Richtung Wald, entlang an schönen Feldern mit herrlichen Wildblumen. An einer bequemen Waldlichtung machten wir es uns bei diesem feuchtfröhlichen Tag gemütlich mit einem Becher Tee, Honigmelonenscheibchen und Kuchenstückchen.

Bis wir uns 20:00 Uhr zum Abschlussprogramm mit den Worldrangern trafen, zockte der unermüdliche Carsten mit Jan ein paar Bälle auf der Tischtennisplatte ab. Es war ein recht amüsantes Spiel (Carsten, irgendwann spiel ich auch mal wieder gegen dich; aber dann muss ich wohl Scheuklappen tragen...hihi, du lenkst mich einfach ständig ab!).

Leider neigte sich der Tag dem Ende zu, aber wir hatten ja noch einen wichtigen Termin: eine Quizshow. Hier spielte das rote gegen das blaue Team ... und umgekehrt. Man konnte Punkte ergattern, indem man Aufgaben erfüllte und Fragen richtig beantwortete (z.B. mussten sich die Gruppen eine neue Strophe für den Worldrangersong einfallen lassen oder es zwei Kandidaten mussten loslaufen, um Dinge vom Kompost zu holen, die dort nicht hingehörten etc.). Das Highlight war wohl die menschliche Assel (das habt ihr einfach klasse gemacht!!!

Aufregung herrschte, als Betreuer Dirk gegen 22:00 Uhr, als Verstärkung für die morgige Rückfahrt, vorbeikam... Seine Schützlinge erzählten ihm ohne Luft zu holen, was sie alles tolles erlebt hatten.

Zum Schluss bekam jeder einzelne vom „WorldrangerTeam“ eine Urkunde überreicht. Schon hier war bereits die Traurigkeit, dass das Sommercamp eigentlich schon vorbei ist, zu spüren.

Dennoch wurde auch heute, ohne Ausnahme, die Nachtruhe um 22:00 Uhr eingehalten.
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