Dienstag, 27. Juli 2004 - 2. Tag

Unser Betreuerzimmer (Luci und Elli aus Hamburg und Christel und ich) ist ab 6:00 Uhr bereits auf den Beinen, damit wir die Mädels auf unserem kleinen Flur pünktlich um 7:00Uhr wecken können. Doch als wir die den Flur betreten, um zu den Duschen zu gelangen, schnattert es plötzlich in allen Ecken (anscheinend haben die Mädchen nur darauf gewartet, das erste Geräusch zu hören). Alle sind, ohne von uns geweckt werden zu müssen, wach wie Turnschuhe und können es wohl kaum erwarten, dass das Programm endlich startet. Um 7:30 Uhr gibt's das gemeinsame Frühstück.

Nach dem Frühstück betreiben einige Rangern erst mal Sport. Der Kickertisch im Gruppenraum zieht jeden Ranger wie magisch an und es wird wie wild gezockt. Um Viertel Zehn (für alle: um 9:15Uhr) treffen wir uns am Haupteingang, um anschließend zum idea-Schmetterlingspark zu marschieren. Das Wetter stimmt und die Stimmung natürlich auch.

Den Vormittag verbringen wir im Seminarraum, wo wir wissenswertes über den Lebenszyklus eines Schmetterlings erfahren. Mir gefällt sehr gut, dass die Referentin die Ranger mit in ihren Vortrag einbezieht, in dem sie fragt „Was wisst ihr denn schon?“, sich also viel darauf stützt, was wir selber schon wissen und diese Themen vertieft. Das Interessanteste an diesem Tag ist wohl der lange Besuch im Schmetterlingshaus, in dem tropisches Klima herrscht. Viele halten es hier nur wenige Minuten aus (sie gehen dafür aber mehrmals in kurzen Abständen hinein), denn nach nur wenigen Sekunden machen sich die ersten Schweißperlen bemerkbar. Doch der Schweiß macht sich bezahlt: viele nicht nur bunte und schöne, sondern vor allem große Schmetterlinge fliegen, flattern und schweben um uns herum. Die Begeisterung kennt keine Grenzen. Besonders süß sind die chinesischen Zwergwachteln, die so groß wie deutsche Hühnerküken sind. Diese sitzen unter den Pflanzen oder huschen mal eben über den Weg. Ein begeistertes "Boah, guck mal den an…" geht durch die Runde, als der ca. 80 cm lange grüne Leguan "Hugo" sich auf den Weg zu seinem Futternapf macht.

Wer bereits Hunger hat, kann sich an das mitgebrachte Lunchpakt machen…- um 13:00 Uhr ist jedoch wieder Treffen angesagt. Das idea-Schmetterlingshaus hegt seit längerem den Gedanken, ein Außengelände anzulegen. Wir kommen also wie gerufen. "Ranger packen an Teil I": Wir werden in fünf Gruppen aufgeteilt. Die erste Gruppe beschäftigt sich mit dem Mähen der Wiese. Die zweite Gruppe legt einen Weg aus Mulch um das Gebäude herum bis zum Naturteich. Hier ist ganz besonders Teamgeist gefordert. Zwei bis drei Ranger beladen drei Schubkarren mit Mulch, drei Ranger schieben die vollbeladenen Schubkarren an die vorgesehenen Stellen und der Rest der Gruppe verteilt den Mulch sorgfältig mit Harken, so dass nach und nach ein schöner geschwungener Weg entsteht. Die dritte Gruppe bessert den Naturteich aus. Hierzu müssen dann auch mal die Hosenbeine hochgekrempelt werden, doch leider rutschen Lara und Kristin im Teich aus. Thomas hat es mit seinem Ganzkörpergummianzug dann doch schon besser, auch wenn er mit seinem Aussehen zunächst für großes Aufsehen sorgte ("Hey Süßer, wo willst du denn hin?").

Die vierte Gruppe bringt Infoschilder an die Wegesränder an, damit der Besucher auch nachlesen kann, was er sich gerade anschaut. Bei den bislang genannten Gruppen helfen zwei Gärtner mit, die einem mit Tipps und Tricks zur Seite stehen.

Die fünfte und letzte Gruppe malt die Außenwände des Gebäudes an, was nicht gerade einfach ist. Die Farbe stinkt nicht nur, sie darf auch nur sehr dünn aufgemalt werden, da sie sonst sofort verläuft und mit den großen breiten Pinseln waren die Feinarbeiten besonders herausfordernd. Am Ende waren die Hände bunt bis einfach nur dreckig und klebten, doch mit unseren Kunstwerken waren wir sehr zufrieden.

Gegen 16:00 Uhr hieß es aufräumen. Geräte und alles andere was noch herumliegt, wird an sichere Orte gebracht. Müde und glücklich darüber, wie viel wir geleistet haben, machen wir uns auf den Rückweg.

"Zu Hause" angekommen huschen einige noch eben mal schnell unter die Dusche, um dann wie die Aasgeier über das Abendessen herzufallen. Bei so viel Arbeit bekommt man aber auch einen Bärenhunger! Es gibt Reis mit Geschnetzeltem in Rahmsoße und Champions, dazu Möhrchen und Erbsen. Während des Essens gehen viele noch mal den heutigen Tag in Gedanken durch. Zugegeben, er war anstrengend, aber schön war er trotzdem. Man ackert nicht für nichts, sondern man kann genau erkennen, welche Früchte die Arbeitsgruppen gedeihen ließen. Natürlich gab es die ein oder anderen, die sich mal ausruhen mussten, aber es war ständig ein wuseln und arbeiten. Jeder packte mal an, man wechselte gleich aus, wenn einer mal nicht mehr konnte, man arbeitete zusammen und wenn einem dann doch mal langweilig wurde, dann startete man eben mal ein Schubkarrenrennen (nicht wahr, Carsten?! Dirk?!).

Fertig sind wir noch lange nicht mit dem Tag. Bis 20:00 Uhr werden die Weltmeisterschaften am Kickertisch durchgeführt und an den Tischtennistischen geht es heiß zu. Andere Ranger erkunden das Gelände der Jugendherberge. Anschließend gibt es wieder einen Spieleabend. Diesmal mit Fußball auf dem kleinen Fußballplatz und einer Spielerunde (Quietschi-Jagd, Prinzessin-Drache-Ritter etc.). Erschöpft und doch zufrieden geht's um 22:00Uhr in Richtung Kojen.
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