Sielmanns Natur-Ranger
Deutschland e.V.
Die Jugendorganisation der Heinz Sielmann-Stiftung
Ranger-Feriencamp in Lappland – Juli 2005
Samstag, 9. Juli
Von Wuppertal ging es mit dem Nachtzug im Liegewagen nach Kopenhagen Wenige Kilometer hinter Malmö stand unser Zug im Bahnhof Hässleholm... und stand... und stand. Da wir in Stockholm über drei Stunden Aufenthalt haben sollten, nahmen wir es zuerst gelassen. Wir vertrieben uns die Zeit allerdings sehr sinnvoll mit Franks Lappland-Quiz (bei dem praktisch alle Ranger ziemlich schwach waren!) und Ralfs verschiedenen Tierquiz´s (bei denen zum Glück einige richtig gut waren!) Als wir dann endlich weiterfuhren, war die ganze Reserve aufgebraucht und es war nicht nur klar, dass wir Stockholm nicht mehr anschauen können würden, sondern es bestand auch die Gefahr, den Nachtzug nach Lappland zu verpassen! Doch welch eine Freude – der Anschlusszug wartete auf uns, als wir mit fünf Minuten Verspätung in der schwedischen Hauptstadt eintrafen.Sonntag, 10. Juli
Immer noch ratterte der Zug in Richtung Norden. Die vorbeisausenden Fichten vor dem Fenster wurden immer schmaler, Häuser und Straßen immer seltener und die Laune immer besser! Als wir endlich in Abisko ankamen, meldete der Schaffner wieder einen Spannungsausfall – doch zum Glück erst nach unserem Zielbahnhof! Und ob man´s glaubt, oder nicht: Trotz kühler Witterung hatten die Ranger nach dem Auspacken nichts eiligeres zu tun, als zum riesigen Tornesee hinunter zu laufen und in die kalten Fluten zu springen! Ein wahrhaft würdiger Beginn für eine Lapplandtour!
Montag, 11. Juli
„Wir haben morgens mit Frank einen Fotokurs gemacht, wo wir viele Tipps zum besseren Fotografieren bekommen haben, um bessere Chancen beim Fotowettbewerb der Natur-Ranger zu haben. Danach sind wir dann zu einem Fluss gewandert, den wir mehrmals überquert haben. David hatte seine Watschuhe vergessen und musste an einigen Stellen durch die Flüsse getragen werden oder sich andere Schuhe ausleihen. Danach sind wir zurückgegangen und haben Abends noch gekocht.“ (Caroline vom Team Dormagen)
Während der Wanderung gab es außerdem viele Gelegenheiten, um einige Fototipps aus der PowerPoint-Schulung auszuprobieren. Auf jeden Fall war die Tour durch den Abisko-Nationalpark ein phantastischer Einstieg in das Abenteuer Wildnis!
Dienstag, 12. Juli
„Heute haben wir bis 13:00 Uhr „extrem-indoor-gammling“ gemacht. Danach gab es eine Gemüsesuppe als Mittagessen. Dann haben wir weiter gegammelt.Um 18:00 Uhr fuhren wir zu dem Samen Nils Anders Kuhmunen. Dieser zeigte uns seinen Rentierpferch und gab uns in seiner Kåta eine Rentiergehacktes-Suppe zu essen. Danach erzählte er uns etwas über die Kultur der Samen. Bevor wir gingen, zeigte er uns noch, wie man ein Lasso wirft.“ (Marius vom Team Elsdorf)
Der Besuch in der Sámi-Siedlung war für alle sicher ein spannender Abschluss des „Gammel-Tages“. Nils Anders verstand es sehr gut, uns die Geschichte, die Kultur, und das Leben der Rentierzüchter früher und heute näherzubringen.
Mittwoch, 13. Juli
„An diesem Tag standen das Kompass-Seminar und das Klimaspiel auf der Liste. Frank hat uns eine kurze Einweisung in die Handhabung des Kompasses gegeben, zum Beispiel, wie man Punkte auf der Karte und in der Natur anpeilt. Dann kam nach der Theorie der praktische Teil. Wir sind alle mit Kompass und Karte nach draußen gegangen und sollten einen kleinen See anpeilen. Daran wollte Frank erkennen, ob wir mit dem Kompass umgehen können und hätte uns evtl. in Dreiergruppen alleine gehen lassen. Leider haben das manche falsch verstanden und sind von vorne herein alleine gegangen. Später haben sich jedoch alle wieder getroffen. Frank war ziemlich sauer! Es wurde aber trotzdem noch ein schöner Tag.
Am Abend haben wir ein Spiel, das von einem Freund von Frank entworfen wurde, gespielt. Dabei ging es um die Klimaerwärmung. Es war ein sehr anspruchsvolles Spiel, da es ja auch von einem sehr komplexen Thema handelt. Wir haben einige Verbesserungsvorschläge gemacht und anschließend hat jeder seine Meinung abgegeben. Dann sind wir in unsere Zimmer gegangen.“ (David vom Team Wuppertal)
Donnerstag, 14. Juli

„Wir, die Lappland-Ranger, sind heute auf den 1165 Meter hohen Berg Njulla geklettert. Zuerst sind wir mit der Gondelbahn in Zweierteams hochgefahren und danach sind wir den Rest gelaufen. Als wir oben waren, haben wir Pause gemacht. Diese war gut eine Stunde lang. In dieser Stunde konnten wir die Aussicht. David hat dabei versucht, einen Iltis zu fotografieren. Nach der Pause haben wir uns in Gruppen aufgeteilt. Die erste Gruppe hat versucht, an einem Bach, zurück zur Jugendherberge zu gelangen. Die zweite Gruppe versuchte um einen Berg herum zu wandern und zum Fluß zu gelangen. Abends hatten wir alle keine Lust mehr, irgendwas zu unternehmen und gingen ins Bett.“ (Carsten vom Team Elsdorf)
Heute stellte sich richtiges „Lappland-Feeling“ ein, denn tiefhängende Wolken zogen über ein grandioses Panorama, das Fjäll offenbarte uns seinen ganzen Pflanzenreichtumg, die Goldregenpfeifer riefen und die Falkenraubmöwen verteidigten ihre Nester gegen uns ungebetene Besucher.
Freitag, 15. Juli
„Unsere heutige Tagestour befasste sich hauptsächlich mit dem Thema CO2 und Methan. Unsere erste Anlaufstation war ein Experimentiergebiet, wo Pflanzen auf die Reaktion von CO2 getestet wurden. Anschließend wanderten wir in ein unserem Venn (Eifelmoore) ähnlichen Gebiet ins Moor. Wir erfuhren, dass das hiesige Moor teils durch von Permafrost gebildete Eislinsen geprägt wird. Nachdem wir noch in einen Supermarkt gegangen sind, gingen wir die zweitälteste Klimastation (gegründet 1902) besuchen und erfuhren einige interessante Dinge der Station.“ (Martin vom Team Monschau)Der hohe Norden ist ein „Hot-Spot“ der Klimaveränderungen, so dass wir beim Besuch der Forschungsprojekte vor Ort einen konkreten und umfassenden Eindruck vom „größten, unkontrollierten Experiment der Menschheit“ bekamen. Durch das Spiel zum Thema, dass wir am Mittwoch gemacht hatten, waren die Ranger sehr gut vorbereitet und haben sicherlich eine Reihe von Zusammenhängen und die Tragweite des globalen Geschehens erkennen können.
Samstag, 16. Juli
„Nach dem Frühstück trafen wir Petter, unseren Führer, der uns heute durch die Grotten am Kappasjåkkå begleiten sollte. Mit zwei Autos fuhren wir ein Stück, nachdem wir alle eine Overall, eine Helm mit Grubenlampe und Handschuhe bekommen hatten zu unserem Ausgangspunkt. Beladen mit den schweren Overalls und Schokolade in Mengen begannen wir den Aufstieg zu den Grotten die nahe der Waldgrenze liegen sollten. Wir wurden in zwei Gruppen eingeteilt, die nacheinander mit Petter in die Grotte steigen sollte.Durch einen engen Gang, dessen Eingang fast versteckt am Ufer des Flusses lag, ging es direkt in die erste große Höhle in der wir ein paar Sachen erklärt bekamen. Weiter ging es durch eine enge Felsspalte leicht bergab. Platzangst durfte man nicht haben, wenn man die Stunde, die jede Gruppe dort verbrachte genießen wollte. Nachdem beide Gruppen fertig waren gingen wir wieder zurück und beobachteten auf dem Weg noch eine Milan. Zurück an der Station mussten wir alle unsere Anzüge säubern. Am Abend waren noch ein Paar von uns im See baden, der leider nur 10 Grad kalt war...“ (Inga vom Team Wuppertal)
Sonntag, 17. Juli
„Zum Frühstück kam die Frage, wer was machen möchte. Vier Ranger wollten in der Herberge bleiben. Der Rest wollte noch einmal mit der Seilbahn auf den Berg. Diesmal hatten wir Pullover und Jacken umsonst mitgenommen, denn es war sehr warm. Carlo und Ralf wollten hoch hinaus, so gingen sie über mehrere Schneefelder noch weiter hoch. Die anderen blieben bei der Hälfte. Zurück bei den anderen gab es zum Anrühren in unseren Berghaferln Mousse-au-Chokolad und Trockenfleisch und Obst. Abends mußten wir mit der Bahn nach Kiruna fahren, um dort zu übernachten.“ (Carl Philip vom Team Dormagen)
Montag, 18. Juli
Den letzten Tag, für den wir noch eine Nacht in Kiruna verbracht haben, nutzten wir für einen Ausflug nach Esrange, dem schwedischen „Weltraumbahnhof“. Dort bekamen wir einen weiteren Einblick in die Umwelt- und Klimaforschung, die dort mit verschiedenen Raketen und Wetterballons betrieben wird. Neben vielen Anschauungsobjekten gab es einen eindrucksvollen Film und einen Blick in die Schaltzentrale. Zurück in Kiruna haben einige Ranger sich noch das kleine Sámi-Museum in Kiruna angesehen, bevor wir am Abend den Nachtzug nach Stockholm genommen haben.
Dienstag, 19. Juli bis Mittwoch, 20. Juli
Erfüllt von einer Vielzahl „nordischer Träume“ fuhren wir zurück nach Old Germany.