Sielmanns Natur-Ranger
Deutschland e.V.
Die Jugendorganisation der Heinz Sielmann-Stiftung
Einheimische Schmetterlinge - Projektvorschlag - Der Aurorafalter (Anthocharis cardamine)
Allgemeines
In der Tat ist unser möglicher „Projektschmetterling“ ein besonders hübscher Vertreter, der seinem Namen alle Ehre macht! Die Männchen des Aurorafalters weisen auf der Außenseite ihrer Vorderflügel ein strahlend orangenes Band auf – lichtleuchtend, wie die Strahlen der aufgehenden Sonne. Im Flug ist dieses Band besonders gut zu bewundern aber auch auf den Blüten bei der Nektaraufnahme wird es immer wieder gezeigt. An kühlen Morgenden kann es sein, dass die Falter ihre Flügel geradezu aufspannen, um beim „Frühstück“ gleich auch auf Betriebstemperatur zu kommen – dann sind sie am besten zu beobachten! Die Weibchen besitzen eine schlichtere Färbung ohne "Sonnenband“. Beide Geschlechter sind an der Unterseite der Hinterflügel durch ein grün-weißes Tarnmuster verziert. Die Oberseite der Flügel ist überwiegend weiß! Der Aurorafalter gehört übrigens zur Familie der Weißlinge (Pieridae) und ist somit auch mit dem Kohlweißling Aurorafalter verwandt.Futterpflanzen und Lebensraum
Der Aurorafalter bevorzugt als Futterpflanzen für seine Raupen verschiedene Kreuzblüter. Der Knoblauchsrauke (Alliearia petiolata) und dem Wiesenschaumkraut (Cardamine pratensis) werden als Eiablagepflanzen besondere Bedeutung zugeschrieben (Ebert 1991). Die Raupen wurden zudem an Kohl (Brassica oleracea), Ackersenf (Sinapis arvensis) aber auch an Barbarakraut (Barbarea vulgaris), Silberblatt ( Lunaria redidiva) Kressearten und weiteren Schaumkrautarten (Cardamine species) gefunden. Diese Kreuzblüter sind für den Schmetterling nicht nur Futterpflanze der Nachkommenschaft, sondern auch wichtige Nektarspender. Löwenzahn, der zur Flugzeit oft in voller Blüte steht wird als Nahrungsquelle von den erwachsenen Faltern hingegen nur selten angenommen. Stattdessen nutzen die Falter ihre Kreuzblüter scheinbar gleich in doppelter Weise: An den Blüten wird Energie getankt und parallel dazu heften die Weibchen Ihre Eier unterhalb der kräftigsten Blütentrauben an die Stengel. Die Raupen ernähren sich nämlich insbesondere von den zarten Blüten und den gerade heranwachsenden jungen Schotenfrüchten. Die Eier sind in typischer „Weißlingsform“ langgestreckt mit Längsrillen und verfärben sich am zweiten Tag nach der Eiablage von Cremeweiß nach orange. Mit etwas Aufmerksamkeit ist es also durchaus möglich, die Eier der auf Waldwegen entlangvagabundierenden Arten zu entdecken! Die Raupe ist fast noch schwerer zu entdecken... Ihre Oberseite ist grau-bläulich grün und durch ein helles Längsband von der maigrünen Unterseite abgegrenzt! Dadurch verschwimmen die Konturen für uns und für die emsigen Singvögel, die nach ihnen spähen!Viel Spaß beim Beobachten und Entdecken!
Habitate des Aurorafalters
Mit seiner Vorliebe für Kreuzblüter ist der Aurorafalter an Wald- und Wiesenrändern aber auch an Waldlichtungen, Uferböschungen, Dämmen oder waldnahen Streuobstwiesen zu finden. Als eine Art intakter Saumstrukturen und eher frisch feuchte Standorte bevorzugend, lenkt er unseren Blick auf den Waldrand drüben an der Wiese oder Heckensäume der Nachbarschaft! Tendenziell bevorzugt der hübsche „Weißlingsbruder“ wohl eher die halbschattigen Bereiche und ist auch eher im Frühjahr aktiv, wenn der Frühling die Waldränder erfrischt hat!Flugzeit
Der Aurorafalter hat nur eine Generation pro Jahr und sein Auftreten ist etwa ab Mitte April zu verzeichnen. Im April und insbesondere im Mai ist er am häufigsten anzutreffen. Sein Auftreten ist temperaturabhängig, da erst die Frühjahrswärme die Puppen aus ihrer dornröschenartigen Entwicklungspause erweckt! In der Oberrheinebene ist der Aurorafalter daher manchmal schon Ende März aktiv. Entsprechend schiebt sich bei später schlüpfenden Populationen in kühleren Gebieten die Flugzeit auch noch weiter in den Juni – vereinzelt bis in den Juli nach hinten. Puppen findet man oft in der Nähe oder sogar an den Resten seiner Futterpflanzen. Die Puppen sind gestreckt dreieckig und ähneln angehaftet an den Stengel einem Dorn oder einer Astnarbe.Was können wir als Sielmanns Natur Ranger tun?
Hier noch ein paar praktische Tipps.Der Buchtipp
GONDROM-VERLAG ISBN 3-8112-1960-X Gute Mischung aus Feldführer und Nachschlagewerk EBERT 1991 (Hrsg.) „Die Schmetterlinge Baden-Württembergs“ Band 1 Ulmer-Verlag „Raupen und Schmetterlinge Europas und Ihre Futterpflanzen“ Parey-Verlag ISBN 3-490-13918 (Raupenbilder im Vergleich) „Schmetterlinge“ Bassermann - ISBN 3-8094-0753-4 kleines handliches Taschenbuch „Kosmos-Schmetterlingsführer“