Einheimische Schmetterlinge - Projektvorschlag - Der Schwalbenschwanz (Papilio machaon L.)

Der Schwalbenschwanz ist in Europa sicherlich einer der bekanntesten und farbenprächtigsten Schmetterlingsarten, die wir als Naturfreunde bewundern können. Er gehört zu den Ritterfaltern (Papillionidae), und ist für die Schmetterlinge als “papillon“ in Europa quasi die namensgebende Art.

Allgemeines

Neben verwandten Gruppen dieser Familie, die sich als "Segelfalter-Verwandte" oder als "Giftfresser" von verschiedenen Osterluzei – Arten ernähren (Osterluzei-Falter) ernährt sich die Untergruppe der "Echten Schwalbenschwänze" hauptsächlich von Pflanzen, die aromatisch duftende ätherische Öle enthalten. Es verwundert daher nicht, dass wir den Schwalbenschwanz vereinzelt auch immer wieder in Kräuterbeeten und abwechslungsreichen Bauerngärten finden! Da durch das Anlegen von Biotop-Komplex-Elementen, die dem Schwalbenschwanz als Lebensgrundlage dienen, auch andere Schmetterlinge, weitere Insekten, Vögel und Kleinsäuger begünstigt werden, kann eine vielseitig ausgerichtete Schwalbenschwanz "Schwalbenschwanz-Aktion" die lokale Artenvielfalt ganz allgemein unterstützen!

r und K Strategen

Grundsätzlich spricht man bei den Schmetterlingen von zwei verschiedenen Strategien des Populationswachstums: Es gibt Arten, deren Population unabhängig von der bereits existierenden Populationsdichte weiterwächst und die sehr opportunistisch auf positive Veränderungen (Klima / Nahrungsangebot) reagieren – dabei kann deren Populationsdichte oft sehr schnell ansteigen und ist insbesondere nur von dem artspezifischen Wachstumsfaktor (r) abhängig.

Hierzu gehören z.B. "Kohlweißlinge", der "Kleine Fuchs" oder der "Admiral". Aber auch Arten der Acker(un)krautgesellschaften und Wiesen ("Kleiner Heufalter"... etc)! Die Wachstumsrate beträgt bei diesen Arten r X A (A =Anzahl der Individuen). Man bezeichnet diese Arten daher als r-Strategen.

Bei der anderen Gruppe begrenzt eine Maximale Kapazität eines Lebensraumes (K) das Wachstum der Population (Die mögliche Knappheit der Nahrung selbst -aber auch Territoriales Verhalten- können dafür verantwortlich sein, dass wir diese Arten meist nicht in großen Mengen antreffen. Die Wachstumsrate beträgt hier: r x A x ( 1 – A : K) (je größer die aktuelle Anzahl A desto geringer die Wachstumsrate). Diese Arten werden als K -Strategen bezeichnet. Es gibt natürlich auch Mischstrategieen....also nehmen wir die Mathematik nicht zu genau! K -Strategen, zu denen auch der Schwalbenschwanz gehört, besiedeln einen Lebensraum daher immer nur in vergleichsweise kleinen Individuenzahlen und ihre Populationen geraten bei (Zer)Störung des Lebensraumes eher in Gefahr. Da der Schwalbenschwanz jedoch als guter Flieger auch sehr große Entfernungen überbrücken kann (Wanderfalter), lohnt es sich Ihn durch Ergänzung bestehender Naturstrukturen wieder stärker zu fördern!

Flugzeit

Schwalbenschwänze treten in Mitteleuropa in zwei mehr oder weniger getrennten Populationen auf. Exemplare der ersten Generation können je nach Standort zwischen April und Anfang Juni, die der zweiten Generation zwischen Mitte bis Ende Juni und Ende August angetroffen werden. Als Faustregel: Ab der ersten Löwenzahnblüte!

Lebensraum

Schwalbenschwänze sind die "Pendler" unter den Schmetterlingen und kommen sowohl auf Magerwiesen, wie auch auf Streuwiesen, Böschungen und Feuchtwiesen vor. Wichtig sind ausreichende Mengen an Nektarpflanzen, wobei die verschiedenen Distelarten, die Luzerne, Klee und in Gärten auch zahlreiche andere Korbblüter, Lippenblüter etc. Pflanzen angeflogen werden. Der Schwalbenschwanz ist in dieser Hinsicht also nicht „wählerisch“, mag es aber, wenn die Wiese möglichst bunt und vielseitig ist!

Futterpflanzen

"Alles was würzt und duftet" steht bei den Schwalbenschwanz-Raupen auf dem Speiseplan! Die Familie der Doldenblüter bietet Ihm die Hauptfraßpflanzen Nach eigenen Erfahrungen wurden Dill und Möhre gegenüber Petersilie deutlich bevorzugt – auch Fenchel scheint den Raupen zu schmecken. In der Literatur finden sich auch Angaben zu Raupen an "Weinraute" oder vereinzelt an Lippenblütern. An „wilden“ Doldenblütern werden Kerbel, Silge –in Gewässernähe auch Bärenklau oder Merk angenommen. Seine Vielseitigkeit erleichtert es uns, ein geeignetes Plätzchen für die Aktion zu finden!

Das „geeignete Plätzchen“ für den Schwalbenschwanz!

Grundsätzlich sollte man es mit dem Schwalbenschwanz an eher sonnigen, offenen Stellen probieren –er ist ja kein „Waldbrettspiel“! Weil die Tiere Ihre Raupen gerne an warmen Plätzen heranwachsen lassen möchten, sollte man einen Ansiedlungsversuch auf Wiesen, an Böschungen oder anderen Erhebungen versuchen, denn zusätzlich zu seiner Liebe zur Sonne besitzt er noch ein anderes Verhalten: Das sogenannte „hill-topping“.

Hill–Topping

Als vereinzelt fliegender K-Stratege hat der Schwalbenschwanz das generelle Problem seinen Partner zu finden – er wandert also viel umher und sucht...... ! Eine quasi genetisch verankerte "Verabredung" zeigen die erwachsenen Tiere, wenn sie zur Paarungszeit insbesondere die höchsten Geländemarkierungen der Umgebung aufsuchen! In eher flachen Wiesenabschnitten wurde schon beobachtet, dass sich Tiere an alten Heuballen oder abgestelltem Feldarbeitsgerät treffen! Höhergelegene Wiesen aber auch schon Wegränder und Böschungen sind also gute Beobachtungsstellen! Das ist doch toll!! Übrigens verhält sich der "Eisvogel"- (Schmetterling!) an hohen Waldbäumen in ähnlicher Weise („tree –topping)!

Eiablage

Schwalbeschwänze legen Ihre Eier gerne in den unteren Bereichen der Futterpflanzen ab! Gerade die ersten Blätter werden gern belegt! Wenn man die Pflanzen auf kleinen Hügeln, an Mauern oder erhöht in einem Steinbeet präsentiert, steigen die Chancen, da die Tiere hier einen guten offenen Anflug haben.
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