Unsere Streuobstwiese

Seit 2005 haben wir in Dormagen eine Streuobstwiese mit über 100 Bäumen auf einer Fläche von mehr als einem Hektar. Auf unserer Streuobstwiese gibt es reichlich Nahrung für den Falcus tinnunculus (auch Turmfalke genannt), vor allem Wühlmäuse gibt es hier im Überfluss. Zu sehen ist der Turmfalke häufig auf den Greifvogelstangen oder aber auch, wie auf dem Bild zu sehen, auf einem der Äste der Obstbäume (was er eigentlich nicht machen sollte).
Ein häufiger Besucher unserer Wiese: Turmfalke
Aber auch der Mäusebussard ist ein Dauerbesucher unserer Wiese.
Klar, dass hier nicht nur Greifvögel auf der Jagd nach Beute zu finden sind. Auch die Falter haben es uns angetan. So haben wir zum Beispiel einen Schwalbenschwanzhügel auf der Wiese errichtet.

Bläulinge, Widderchen und Florfliegen stellen nur eine kleine Auswahl der "Kleinlebewesen" dar, die auf unserer Wiese zu finden sind. Die Wiese nutzen wir auch dazu, die Ranger mit der Makrofotografie vertraut zu machen. Mit Kameras bewaffnet geht´s auf die Fotopirsch. Die Bilder werden hier bald in einer eigenen Rubrik zu sehen sein.


Reichlich auf der Wiese zu finden: Florfliegen
Wie so etwas aussehen könnte, seht Ihr rechts. Es handelt sich hier um eine Florfliege. Neben Informationen zum Bild werden auch fotografische Informationen in den Bericht mit einfließen. Fachwörter wie Blende und Belichtungszeit werden dann, Anhand von Beispielbildern, erklärt.
Schaut doch immer wieder mal vorbei, es wird sicherlich spannend sein, das Wiesenjahr zu verfolgen.

Eure Dormagener Ranger






Streuobstwiesen

Die Anfänge des Streuobstanbaus reichen bis in die Urzeit zurück, als Wildformen von Apfel, Birne, Süßkirsche, Pflaume und Walnuss genutzt wurden. Die Römer brachten den Obstbau mit Kulturformen nach Süddeutschland. Damals entstanden erste Obstgärten am Rande der Siedlungen. Im 18. und 19. Jahrhundert breitet sich der Obstbau schließlich auch in anderen klimatisch günstigen Gebieten aus.

Bis in die fünfziger Jahre waren Streuobstwiesen ein wesentlicher Bestandteil unserer Kulturlandschaft. Mit zunehmendem Wohlstand und dem Wachsen der Siedlungen schwand das Interesse an Pflege und Nutzung der Wiesen. Mancherorts wurden sie in lukrative Plantagen mit hohem Ertrag umgewandelt, die maschinell abgeerntet werden. Im Zuge der Landreform und der Flurbereinigung in den siebziger Jahren gingen sehr viele Wiesen durch den Bau von Siedlungen und Straßen verloren. Damit wurde ein Lebensraum vernichtet, der einer Vielzahl verschiedener Tier- und Pflanzenarten ein Zuhause bot. Von besonderer Bedeutung sind Streuobstwiesen als Brutstätten für Vögel. Bodenbrüter wie Baumpieper, Astbrüter wie Rotkopfwürger, Distelfink oder Höhlenbrüter wie Steinkäuze – alle finden ihren Platz in dieser Gemeinschaft. Die Baumhöhlen dienen auch als ideales Biotop für Ohrwürmer, sind Brutplatz für viele Insekten und Unterschlupf für Kleinsäuger wie Mäuse, Fledermäuse und Siebenschläfer.
Aber auch die Vielfalt der Obstsorten ging verloren: nach den wohlschmeckenden, alten Sorten wie Renette und Gravensteiner sucht man heute im Supermarkt vergeblich. Sie entsprechen in Größe und Aussehen nicht den EU-Normen.

Heute sind Streuobstwiesen wieder „hoffähig“, denn viele Leute haben ihren Nutzen für Mensch, Tier und Pflanze erkannt. Außerdem hat man erkannt, dass Obstwiesen in Ortsrandlagen Windschutz bieten und dem Menschen als Naherholungsraum dienen.

Streuobstbau ist ein so genannter Hochstamm-Obstbau ohne Verwendung synthetischer Behandlungsmittel wie Pestizide oder Mineraldünger. Ein Obstbaum wird als Hochstamm bezeichnet, wenn sich die ersten Äste frühestens ab 1,80 Meter Höhe vom Stamm verzweigen. Charakteristisch für Streuobstwiesen ist die Vielfalt der Obstarten und die Vielzahl an lokalen Obstsorten. Einfach ausgedrückt: Die Streuobstwiese ist in jeder Hinsicht das Gegenteil des Plantagen-Obstbaus mit seinen Niederstämmen, Monokulturen, seinem extremen Verbrauch an Pflanzenschutzmitteln und geringer biologischer Vielfalt.
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