Johanniskraut oder Tüpfelhartheu (Hypericum perforartum)

Seinen Namen soll das Johanniskraut über die färbenden Eigenschaften seiner Blütenblätter erhalten haben: Presst man die frischen Blüten zwischen den Fingern, so setzen die Blätter ein stark rot gefärbtes Öl frei, welches symbolhaft als das „Blut des Johannes des Täufers“ galt – durch die Blütezeit im Sommer (zu Johanni) verband man die Farbeigenschaft seines Öls und den Blütezeitraum zu seinem Namen.
Es gibt bei uns neben dem häufigen „Gemeinen Johanniskraut“ auch noch weitere Arten von Johanniskräutern:

Das „Schöne Johanniskraut“ hat besonders harmonisch abgestimmte Blattproportionen. Das “Gefleckte Johanniskraut“ ist dem Gemeinen Johanniskraut wohl am ähnlichsten, besitzt ihm gegenüber als Unterscheidungsmerkmal aber einen deutlich vierkantigen Stängel. Die ölgefüllten Zwischenräume (Tüpfel) zwischen den Zellen kann man übrigens gut erkennen, wenn man die Pflanze gegen das Sonnenlicht betrachtet.

Der Name „Hartheu“ weißt auf die verholzenden Stängel hin.
 
Johanniskrautöl erntet man am besten Ende Juni oder während der prächtigsten Blüte. Dabei werden die Blüten einfach gepflückt und in Speiseöl, wie zum Beispiel in Olivenöl eingelegt und für einige Tage bis Wochen möglichst sonnig in einem abgedeckelten Glasgefäß zum „Ausziehen“ des Öls belassen. Das so erhaltene Rot gefärbte Öl mit allen guten Inhaltsstoffen des Johanniskrauts hat in der Medizin nachweislich positive Wirkung bei Depressionen und Schwächegefühlen. In Verbindung mit Thymian- oder Minzöl wirkt es auch bei Muskelverspannungen.

Aufgrund seiner vielen positiven Wirkungen wird das Johanniskraut in Italien sogar „Cacciadiavoli“ – was soviel wie „Teufelsfänger“ bedeutet, genannt. Neben Hypericin enthält es auch Rutine, wie sie ebenfalls in der Raute vorkommen sowie verschiedene Gerbstoffe. Da Johanniskrautöl die Wahrnehmung der Lichtintensität steigert, sollten nicht zu große Mengen eingenommen werden.

Andere Vertreter der Familie Johanniskrautgewächse sind bei uns als Gartenpflanzen beliebt – so ziert eine großblütige Art, ebenfalls mit gelben großen fünfzähligen Blüten – Hypericum calycinum - so manchen Vorgarten. Auf den Kanaren ist sogar eine baumförmige Art – Hypericum canairense zu bewundern.

Johanniskräuter fangen mit ihren leuchtenden gelben Blüten die Sonne ein und spenden sie den Kundigen in Form ihres Öls während der Wintermonate – so glaubten es die Kelten… Sie hatten nicht Unrecht!
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