Kakao - Der Südamerikaner in aller Munde

Kakao (Theobroma cacao) Fam.: Sterculiaceae

Herkunft und Verwandtschaft

Der Kakao ist ein kleiner Strauch oder strauchartiger Baum, der im Amazonasbecken seine ursprüngliche Heimat hat und auch in Mittelamerika bis nach Südmexiko vorkommt. Es ist möglich, dass ihn schon die Indianer Mexikos, die Azteken, zum Anbau aus Südamerika eingeführt haben! Der Kakaobaum wird meist nur etwa 10 bis 13 m hoch und wächst natürlich im Schatten der größeren Urwaldbäume.

Verwandte

Es gibt etwa 20 bekannte nähere Verwandte (Geschwister) des Kakao, die ebenfalls alle im tropischen America zu Hause sind. Der bekannteste Verwandte ist der Cola-Strauch (Cola acuminata).

Inhaltsstoffe

Beide Pflanzen enthalten Stoffe, die anregend auf den Geist und Körper des Menschen wirken. Daher wurde die Droge Kakao bei den Azteken sogar vor dem Kampf als Stärkungstrunk genommen. Diese Stoffe gehören zu den Alkaloiden. Kakao enthält das Alkaloid Theobromin, der Cola-Strauch aus Afrika enthält das Alkaloid Coffein, (was auch im Kaffe vorkommt) und ebenfalls Theobromin. Weitere Alkaloide anderer Pflanzen sind: Nikotin aus dem Tabak (hochgradig giftig).

Wissenswertes zu der Familie der Mistblütengewächse

Die Familie zu der der Kakao zählt, sind die Sterculiaceae. Der Name der Familie hat eine eigentümliche Herkunft, denn STERCUS ist der lateinische Name für „Mist“! Sterculius war der römische Gott der Kloaken & Abflüsse... Ein kleiner aber hin und wieder recht wichtiger Gott, wenn gerade etwas verstopft war! Da im Kakao auch Stoffe enthalten sind, die „glücklich machen“ (Phenylalanin) könnte man deuten, dass die römische Gottheit alle guten Gefühle wieder „in Fluss“ bringt! Doch Vorsicht……! Wenn wir die Schokolade in Mengen verspeisen und der „Kloakengott Sterculius“ das als unhöflich erachtet, dann sendet er uns vielleicht eine „Verstopfung“! Es mag vielleicht auch an den anderen Inhaltsstoffen liegen – in der Schokolade, wie wir sie kennen, ist ja sehr viel Fett und Zucker enthalten. Bei der Kakaoherstellung muss sogar noch Fett abgepresst werden, damit er überhaupt „trocken“ wird! Die Indianer haben Kakaobohnen übrigens einzeln geröstet, zerstampft und oft mit Pfeffer und Gewürzen mit Wasser getrunken!
 

Bestäubung

Der Kakao und seine Geschwister aus der Familie der “Mistblütengewächse” – wie man freier übersetzen könnte, besitzt recht faulig riechende Blüten. Weil der Kakao eher unterhalb der großen Urwaldbäume vorkommt und die blütenbesuchenden Kolibris und Fledermäuse eher in den oberen Stockwerken zu Hause sind, lockt er mit seinem Geruch bei der Bestäubung wohl eher Fliegen und bodennahe Insekten an. Man findet in der Literatur auch Hinweise, dass er auch von Ameisen bestäubt wird! Um die Fliegen und Ameisen beim Finden der Früchte nicht durch Blätter zu behindern und deren Weg abzukürzen, wachsen die Blüten und Früchte des Kakaos an den Stämmen! Bei anderen Vertretern der Familie kommt diese Besonderheit auch vor. Man nennt das: Kauliflorie. (Kaulos =Stamm, Flos/ Floris =Blüte)

Kakao im Handel

Kakao wird in den Ländern der sogenannten „Dritten Welt“ meist für den Genuss der Menschen in den Europäischen Industriestaaten und in Amerika angebaut. Von dem Preis, den wir für den Kakao bezahlen, geht nur ein Bruchteil zu den Kleinfamilien und den eigentlichen Erzeugern, bei denen auch Kinder mit 8 oder 9 Jahren schon fast den ganzen Tag mit der Arbeit bei der Pflege, Ernte und Zubereitung des Kakaos beschäftigt sind. Der Gewinn, den die Kleinbauern bei ihrer Arbeit erzielen wird häufig überwiegend von den Händlern und Transportunternehmen abgeschöpft. Bei handelsüblichem Kakao erhält der Kleinbauer meist nur etwa 1-4% des Preises, den wir zahlen als Gewinn! Die Zwischenhändler und Händler erhalten zwischen 20 und 60% und haben oft Gewinnspannen über 100% erreicht, obwohl die Kleinbauern am Existenzminimum leben!

Achtung!

Wenn wir beim Kauf von Produkten aus Mittel- und Südamerika darauf achten wollen, so können wir uns über sogenannte „Fair-Trade“ Produkte informieren. Hier werden die Bauern besser bezahlt und erhalten selbst bei einer Fehlernte einen Betrag, der ihre Existenz am Minimum sichern kann, so dass Ihre Familien nicht dauernd Hunger leiden müssen. Oftmals werden diese Produkte sogar zusätzlich als „BIO-KAKAO“ angebaut. Schaut doch mal, welche Produkte aus den Tropenländern zu uns kommen und welche zu fairen Handelsbedingungen in den Auslagen der Supermärkte liegen.
 

Die Herstellung

  1. Die Früchte werden mit Hackmessern geerntet und gesammelt..
  2. Die Samen werden mit Fruchtfleisch per Hand aus der Kakao-Frucht genommen.
  3. Die Samen werden kurz geröstet - bei 70–140°C. Die Samen werden in hölzernen Gärkästen gelagert. Dabei werden die Inhaltsstoffe der Kakao-Samen frei, weil aus dem Fruchtfleisch der Kakaofrucht bei der Gärung Alkohol und daraus Essigsäure entsteht. Die Essigsäure löst die aromatischen Bestandteile aus der Frucht und zerstört die Bitterstoffe Den Vorgang nennt man Fermentation.
  4. Die Samen werden nach der Fermentation getrocknet.
  5. Die Samen werden in den Verbraucherländern heute maschinell geschält und danach zu „Rohkakao“ zermalen.
  6. Dem Rohkakao werden Zucker und andere Zusatzstoffe beigemengt.
 

Fragen zum Kakao

  • In welchen Regionen ist Kakao ursprünglich beheimatet?
  • Zu welcher Familie gehört Kakao und wie viele Arten sind weltweit ungefähr bekannt?
  • Wozu wurde Kakao bei den Indianern genutzt?
  • Welchen Inhaltsstoff enthält Kakao?
  • Kennst Du andere Alkaloide?
  • Woher hat die Pflanzenfamilie des Kakaos ihren Namen?
  • Wo an der Kakaopflanze wachsen die Früchte?
  • Wie nennt man diese Form der Blütenstände?
  • Wer bestäubt die winzigen Kakao-Blüten?
  • Welche Tiere bestäuben die Blüten in den oberen Waldstockwerken?
  • Wie wurde der Kakao der Indianer zubereitet?
  • Was passiert bei der Fermentation der Kakaobohnen in den Gärkisten?
  • Was bedeutet das lateinische Wort „FLOS“?
  • Kennst Du Berufe, die damit zusammenhängen?
  • Wer ist oft an der Ernte und an der Arbeit in den kleinen Kakao-Plantagen beteiligt?
  • Ist der Gewinn, den die Kleinbauern für ihre Arbeit erzielen gerecht?
  • Gibt es Möglichkeiten für uns, die Kleinbauern und Familien gerechter zu behandeln und zu unterstützen?

Wenn Du mehr als 14 Fragen richtig beantworten kannst, bist Du schon ein halber Kakao-Experte!
Viel Spaß dabei!
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