Sielmanns Natur-Ranger
Deutschland e.V.
Die Jugendorganisation der Heinz Sielmann-Stiftung
Rankenpflanze für Rüsseltiere
Die Pflanze, die eilig ihre Blätter entfaltet, um wie das Buschwindröschen, Leberblümchen oder Maiglöckchen noch genug Sonnenlicht einzufangen, windet sich in Schlingen rechtsherum an ihresgleichen oder an den niedrigen Ästen benachbarter Bäume empor. Die Blattform dieser Pflanze sowie die ihrer Schwester, der beliebten Heckenkirsche ist „eiförmig, spitz“. Durch die mittlere Blattader klar getrennt erscheinen die beiden Blattspreitenseiten mit ihren glatten Rändern wie die Hufe einer Ziege, was der Familie insgesamt ihren Namen gab: Caprifoliaceae =Geissblattgewächse.
Das „Wald-Geißblatt“ hat seinen Verbreitungsschwerpunkt im gemäßigten, atlantisch-feuchten Mittel-Europa. Im Norden reicht sein Verbreitungsgebiet noch an der Küste Schwedens entlang bis etwa zum 60. Breitengrad. Das Hauptvorkommen erstreckt sich dann über Deutschland, die Beneluxstaaten, Frankreich bis ins nord-westliche Spanien und Portugal und über Gibraltar bis nach Nord-Afrika.
Die relativ anspruchslose Pflanze wächst gerne auf eher mageren Böden, verträgt im Garten oder als gepflanztes Exemplar aber jederzeit auch „fettere Böden“ und rankt dann als Hausbegrünung an der Pergola sehr schmückend empor. Im Gegensatz zum Efeu oder zum Windenden Knöterich bleibt das Waldgeißblatt aber eher kleinwüchsig und langsamer im Wuchs, weshalb es sich so angenehm kultivieren lässt.
Wir selbst als „Sielmanns-Natur-Ranger“, Garten- oder Terassenfreunde finden die Pflanze begleitend zu einem „milden Sommerabend ohnehin „dufte“. Die Blüten verströmen gerade abends zur Falterflugzeit und zum ausklingenden Frühsommerabend einen kräftigen angenehm blumigen Geruch!
Möchte man Nachtfalter an den Blüten beobachten, darf die Pflanze ruhig etwas sonniger stehen, das es die Blütenbildung fördert. Die Pflanzen verholzen übrigens zunehmend, können im Herbst oder Frühjahr auch mäßigen Rückschnitt vertragen und färben ihre frischen Triebe bei Besonnung in einem kräftigen roten Ton.
Viel Spaß beim „Pflanzen und Probieren der Geißblattgewächse“wünscht allen Rangern und Naturfreunden Euer Frank!
Diese Datei ist nur für den internen Gebrauch bei den Rangern vorgesehen! Die Bilder sind aus „SCHMEIL – Tierkunde Q-M Verlag 1967 und aus dem empfehlenswerten Buch: „Wegweiser durch die Natur“, Honos-Verlag 2004
Das „Wald-Geißblatt“ hat seinen Verbreitungsschwerpunkt im gemäßigten, atlantisch-feuchten Mittel-Europa. Im Norden reicht sein Verbreitungsgebiet noch an der Küste Schwedens entlang bis etwa zum 60. Breitengrad. Das Hauptvorkommen erstreckt sich dann über Deutschland, die Beneluxstaaten, Frankreich bis ins nord-westliche Spanien und Portugal und über Gibraltar bis nach Nord-Afrika.
Eine einheimische Liane
Der lateinische Name des Geißblattes, Lonicera periclymenum enthält neben dem Gattungsnamen Lonicera (Heckenkirsche) schon einen Hinweis auf sein Wachstum: Peri bedeutet „drum herum“ und clymenum kann vom griechischen klyzein, was soviel wie ranken und klettern heiß, abgeleitet werden. Unser deutsches „klimmen“ scheint hier ja auch zu stimmen! Für uns als Naturfreunde ist das Geißblatt vor allem wegen dieses Wuchses und der Blütenbiologie interessant. Die Triebe des vitalen Wald-Geißblattes suchen sprießend Kontakt zu Ästen der Umgebung und bilden aus kleinen Polstern heraus auch oft nestartige Stationen im unteren Stammbereich der Nachbarbäume. Eigene „Pflanz-Versuche“ mit dem Geißblatt erbrachten inmitten eines kräftigen Strauches, dessen Ranken sich weitgehend selbst stützten bereits im vierten Jahr nach Pflanzung eine „Amselbrut“.Die relativ anspruchslose Pflanze wächst gerne auf eher mageren Böden, verträgt im Garten oder als gepflanztes Exemplar aber jederzeit auch „fettere Böden“ und rankt dann als Hausbegrünung an der Pergola sehr schmückend empor. Im Gegensatz zum Efeu oder zum Windenden Knöterich bleibt das Waldgeißblatt aber eher kleinwüchsig und langsamer im Wuchs, weshalb es sich so angenehm kultivieren lässt.
Die Blüten
Der besondere „Clou“ des Waldgeißblatts sind seine auffallend schönen weißgelben Blüten. Sie stehen in dicht gedrängten schraubigen Gruppen (Thyrsen) am Ende der rankenden Triebe. Die Blüten wirken grazil und ihre schlanken Kelche strecken sich gute 4 bis 5 cm in den freien Luftraum. Das hat seinen Grund, denn das Wald-Geißblatt arbeitet mit den extremen „Rüsseltieren“ zusammen, die seine Blüten bestäuben: Langrüsseligen Schmetterlingen und Nachtfaltern! An einer gut blühenden Hecke des Geißblattes sind im Juni oft Dutzende größerer Schwärmer zu beobachten. In Süddeutschland können der Weinschwärmer oder auch der Windenschwärmer und Nachtkerzenschwärmer regelmäßig beobachtet werden. Tagsüber sind auch Taubenschwänzchen in den wärmebegünstigten Gebieten anzutreffen. (Bild Taubenschwänzchen an Seifenkraut).Wir selbst als „Sielmanns-Natur-Ranger“, Garten- oder Terassenfreunde finden die Pflanze begleitend zu einem „milden Sommerabend ohnehin „dufte“. Die Blüten verströmen gerade abends zur Falterflugzeit und zum ausklingenden Frühsommerabend einen kräftigen angenehm blumigen Geruch!
Aktion für Ranger und Naturfreunde
Was können wir als Ranger für Pflanze und Falter tun? Gerade im Frühjahr sind die wachsenden Triebe des Wald-Geißblatt besonders gut zu vermehren! Mit einem guten Wunsch und einem „Dankeschön“ für die Pflanze lassen sich junge Triebe etwa über 3 -6 Knoten mit einer Heckenschere leicht abtrennen. Wichtig ist, dass wir die Pflanzen ausreichend feucht transportieren und ihnen mit einer zweiten „Entschuldigung“ auch noch die unteren Blattpaare abzupfen. Das bewirkt, dass das Pflänzchen nun nicht mehr soviel Wasser verliert und sich erholen kann. Die Triebspitzen stellt man einfach in Leitungswasser an einer nicht zu sonnigen aber hellen Fensterbank und wechselt etwa 2-3x wöchentlich oder bei Bedarf das Wasser. Bald zeigen sich die ersten Wurzeln, die auch oft unterhalb der unteren Knoten entspringen. Sind mehrere kleine Wurzeln vorhanden, können wir unsere Ranke mit einem Rankenstab in handelsüblicher Blumenerde oder Gartenboden noch etwas heranziehen und Ende Mai sicherlich bereits an geeigneten Stellen auspflanzen. Wichtig ist, dass die Pflanzen während der Anzucht nicht austrocknen - ohne sie zu ertränken!Möchte man Nachtfalter an den Blüten beobachten, darf die Pflanze ruhig etwas sonniger stehen, das es die Blütenbildung fördert. Die Pflanzen verholzen übrigens zunehmend, können im Herbst oder Frühjahr auch mäßigen Rückschnitt vertragen und färben ihre frischen Triebe bei Besonnung in einem kräftigen roten Ton.
Die Beeren
Die roten Beeren des Waldgeißblatt sehen sehr appetitlich aus, doch sind sie eher ungenießbar und stehen unter Verdacht geringe Mengen an „Giften“ zu enthalten. Da sie aber alles andere als „lecker“ für uns Menschen schmecken, sind Vergiftungen nach eigenen Recherchen nicht bekannt. Für unsere einheimische Vogelwelt aber auch für viele Insekten stellen sie eine spätsommerliche Bereicherung des Speiseplans dar. Ein weiterer Grund, diese schmucke Pflanze vielleicht in einer Aktion zu fördern!Wissenswertes
Bekannter als das Wald-Geißblatt ist bei uns sicherlich der Schwarze Holunder (Sambucus nigra). Auch die Holunderarten gehören also den Geißblattgewächsen an. Wie die berühmten hohlen Stängel des Holunders, die als abgestorbene Äste hervorragend als Nistmaterial der Holzbienen eingesetzt werden können, besitzt auch das Geißblatt einen hohlen Spross, dessen Wände im Laufe der Zeit aber so stark verholzen, dass auch die Basis des Geißblatt sehr stabil wird. Beim Holunder wissen wir ja, dass die frischen Beeren ebenfalls schwach giftig sind. Das Gift wird beim Kochen aber zerstört. Holunderblüten können mit Zitronensaft und mit viel Zucker zum „ziehen“ eingelegt werden, um daraus einen schmackhaften „Holundersirup“ zu erzeugen. Der Sirup schmeckt mit „Sprudel“ gemixt ganz hervorragend und ist in der rechten Verdünnung ein guter Durstlöscher! Die „BIO –LIMO-Hersteller“ nutzen mit gutem Gewinn den trendigen Geschmack der Geißblattgewächse. Rezepte zur eigenen Herstellung kann man sich auch im Internet relativ leicht besorgen.Viel Spaß beim „Pflanzen und Probieren der Geißblattgewächse“wünscht allen Rangern und Naturfreunden Euer Frank!
Diese Datei ist nur für den internen Gebrauch bei den Rangern vorgesehen! Die Bilder sind aus „SCHMEIL – Tierkunde Q-M Verlag 1967 und aus dem empfehlenswerten Buch: „Wegweiser durch die Natur“, Honos-Verlag 2004
Quiz
- Welche Pflanze ist mit dem Geissblatt verwandt?
- Woher kommt der lateinische Name „periclymenum“?
- In welche Richtung windet sich das Geissblatt?
- Wo wächst das Geissblatt?
- Welche bekannte Pflanze ist noch in der Familie der Geissblattgewächse zu finden?
- Wer brütet in alten Holunderästen?
- Welche Schmetterlingsgruppe ist besonders gerne am Wald-Geissblatt zu finden?
- Nenne ein paar Arten!
- Welche dieser Arten kannst Du durch das betrachten von Bildern besonders gut einprägen?
- Wie kannst Du etwas für einheimische Nachtfalter tun?