Sielmanns Natur-Ranger
Deutschland e.V.
Die Jugendorganisation der Heinz Sielmann-Stiftung
Blütenreiche Bienenweide, bruchfester Bogenbau-Baum, stachelige Bohnenschwester - Wer bin ICH?
Heute bin ICH weltweit verbreitet. Von Virginia brachte mich der Hofgärtner von Ludwig dem XIII im Jahr 1601 nach Frankreich, wo ICH zum ersten Mal europäischen Boden bewurzelte. Damals förderten die reichen Fürsten und Könige viele Exkursionen in andere Länder, um mit prächtigen exotischen Pflanzen einander zu imponieren! Herr Robin, der Hofgärtner gab mir meinen europäischen Namen und pflanzte mich wegen meiner prächtigen weißen Blütenrispen und meiner dichten Belaubung an. Im Alter ist meine tief gefurchte hellgraue Borke sehr dekorativ. Zur Zeit des Sonnenkönigs war ICH bereits, dank meiner Robustheit schon so weit vermehrt, dass ICH in den Gärten und auch als Alleebaum immer mehr Freunde und Beachtung fand.
Heute wird mein dichtes Laub nicht allerorts so gerne gesehen, denn ICH verbreite mich derzeit sehr stark und verdränge damit gerade an sandigen, mageren Standorten oft andere Pflanzen, weil ICH mit meinem schnellen Wachstum wertvolle Heide oder Magerflächen beschatte. Dabei verändert sich auch so manches Mal die Insektenwelt, was Umweltschützern nicht gefällt!
ICH bin übrigens deshalb so erfolgreich, weil meine Familie, die Schmetterlingsblütler es geschafft haben, in Zusammenarbeit mit speziellen Bakterien auch sehr unfruchtbare Böden zu besiedeln. Unsere Luft besteht zu etwa 80 % aus Stickstoff-Gas (abgekürzt mit dem Zeichen N2). Stickstoff ist ein wichtiger Grundbaustein für Aminosäuren, den Grundbausteinen einer jeden Zelle! Von allen Lebewesen dieser Erde sind nur die Bakterien in der Lage, aus dem Stickstoff-Gas in der Luft einen festen „Dünger“ zusammenzusetzen, den die Pflanzen aufnehmen können. ICH und meine erfolgreiche Familie, die Schmetterlingsblütler bilden an unseren Wurzeln kleine Knöllchen, in denen wir spezielle Bakterien wachsen lassen. Im Tausch gegen Zucker, den wir mit unseren Blättern bei der Photosynthese herstellen, geben uns die „befreundeten Bakterien“ den Dünger, den sie aus dem gasförmigen Stickstoff der Luft zusammenbauen.
Durch den Stickstoff, den ICH mit der Hilfe der Bakterien sammeln kann, wachse ich selbst sehr, sehr schnell und erreiche bereits in etwa 20 Jahren in einigen Fällen 15m Höhe und mehr!
Anhand des Blattes, dass stark verkleinert hier abgebildet ist, er kennt ihr mich sicher bereits. ICH bin die ROBINIE!
Mein wissenschaftlicher Name lautet: Robinia pseudacacia! Wörtlich übersetzt bedeutet das: „Scheinakazie“. Akazien sind eher in afrikanischen Savannen zu finden, besitzen aber ähnlich gefiederte Blätter und auch Dornen, wie sie vor allem ebenfalls an meinen jungen Ästen vorkommen.
In jüngerer Zeit haben sich über die Zierpflanzenliebhaber weitere Gehölze aus der Verwandtschaft der Robinie bei uns in Mitteleuropa eingebürgert: Glyzinie, Goldregen, Judasbaum, Blasenstrauch, Gleditschie und viele robuste Ginsterarten wachsen allerorts in Gärten und Parks. Die Robinie ist mit ihren weißen hängenden Blüten eine gute Bienenweide – nicht nur für die vielen kleinen Bienenarten sondern gerade auch für Imker. Robinienhonig wird allerdings eher unter dem falschen Namen „Akazienhonig“ angeboten.
Zunächst einmal können wir uns mit den einheimischen Schmetterlingsblütlern befassen! Einige Arten, wie der Hornklee oder manche Geißklee-Arten sind bei uns beispielsweise die Hauptnahrung einiger hübscher „Bläulinge“ – bzw. derer Raupen (Leguminosen-Bläulinge). Wicken, wie die Vogelwicke oder auch die Platterbsen dienen als Nahrungsquelle für einheimische Insekten.
Im Bild ist eine Holzbiene an einer Wald-Platterbse zu sehen.
Daher ergibt sich: Ein guter „Robinien-Bogen“ ist ein Langbogen! Als Faustregel gilt: Der Robinien Bogen sollte ungespannt etwa so „lang“ wie der Schütze sein. Dafür sollte man, um noch ein Stück herausschnitzen zu können, Stammabschnitte von etwa 2 m verwenden! Wenn Ihr einen Stamm in entsprechendem Durchmesser von ca. 20 cm habt, muss das Holz erst getrocknet werden. Die Trocknung braucht allerdings Zeit und man sollte bei dicken Stämmen schon etwas geduldig sein. Es gibt noch mehrere „Tricks“: Um zu verhindern, dass das Holz an den Schnittstellen zu schnell austrocknet, kann man die Enden mit handelsüblichem Holzleim abdichten. Die Trocknung ist dann langsamer aber gleichmäßiger! Das Prinzip ist allgemein bei der Vorbereitung von Bogenholz nützlich. Lochbänder aus Metall, die um die Enden der zu trocknenden Stammabschnitte geschraubt werden, verhindern ein Aufreißen. Haarrisse wären später bei der Benutzung für den Bogen der sichere Weg in den „Bogenbruch“. Man verwendet zum Bogenbau „halbe Stämme“. Die Fasern des Bogens sollen in dem genutzten Holzabschnitt nahezu parallel verlaufen. Man sollte sich daher das Holz vor dem Spalten mit Axt und Spaltkeilen (Forstleute oder Schreiner halten sicher noch weitere gute Tipps parat) genau anschauen.
Beim Abziehen des Bogens kann man einen Hobel oder auch ein Zugmesser benutzen (Vorsicht! Sehr scharf!). Bei der Bogenform müsst ihr experimentieren. Der Bogen darf im Ursprung eine Art abgeflachtes, gleichmäßiges „Brett“ sein! „Vorsicht“ beim Wegnehmen des Holzes! Außen wird der Bogen stärker gekrümmt, als in der Mitte – daher nimmt man am Ende der Bogenherstellung außen etwas mehr „Dicke“ von dem ursprünglichen „Brett“ weg als in der Mitte am Griff. Die Einkerbungen für die Bogensehne sollten ebenfalls sehr vorsichtig vorgenommen werden und nur außen und ein wenig an den Seiten des Bogens verlaufen. Zunächst ist es sicherer, die Enden dicker zu lassen und die Kerbe für die Sehne nach und nach einzukerben.
Wer noch mehr zu Baumarten wissen möchte, der kann unter www.baumkunde.de allgemein viele Dinge herausfinden – von dort ist auch die Abbildung des Blattes!
Viel Spaß beim „neugierig-sein“ wünscht Euch Frank
Heute wird mein dichtes Laub nicht allerorts so gerne gesehen, denn ICH verbreite mich derzeit sehr stark und verdränge damit gerade an sandigen, mageren Standorten oft andere Pflanzen, weil ICH mit meinem schnellen Wachstum wertvolle Heide oder Magerflächen beschatte. Dabei verändert sich auch so manches Mal die Insektenwelt, was Umweltschützern nicht gefällt!
ICH bin übrigens deshalb so erfolgreich, weil meine Familie, die Schmetterlingsblütler es geschafft haben, in Zusammenarbeit mit speziellen Bakterien auch sehr unfruchtbare Böden zu besiedeln. Unsere Luft besteht zu etwa 80 % aus Stickstoff-Gas (abgekürzt mit dem Zeichen N2). Stickstoff ist ein wichtiger Grundbaustein für Aminosäuren, den Grundbausteinen einer jeden Zelle! Von allen Lebewesen dieser Erde sind nur die Bakterien in der Lage, aus dem Stickstoff-Gas in der Luft einen festen „Dünger“ zusammenzusetzen, den die Pflanzen aufnehmen können. ICH und meine erfolgreiche Familie, die Schmetterlingsblütler bilden an unseren Wurzeln kleine Knöllchen, in denen wir spezielle Bakterien wachsen lassen. Im Tausch gegen Zucker, den wir mit unseren Blättern bei der Photosynthese herstellen, geben uns die „befreundeten Bakterien“ den Dünger, den sie aus dem gasförmigen Stickstoff der Luft zusammenbauen.
Durch den Stickstoff, den ICH mit der Hilfe der Bakterien sammeln kann, wachse ich selbst sehr, sehr schnell und erreiche bereits in etwa 20 Jahren in einigen Fällen 15m Höhe und mehr!
Anhand des Blattes, dass stark verkleinert hier abgebildet ist, er kennt ihr mich sicher bereits. ICH bin die ROBINIE!Mein wissenschaftlicher Name lautet: Robinia pseudacacia! Wörtlich übersetzt bedeutet das: „Scheinakazie“. Akazien sind eher in afrikanischen Savannen zu finden, besitzen aber ähnlich gefiederte Blätter und auch Dornen, wie sie vor allem ebenfalls an meinen jungen Ästen vorkommen.
Was gibt es noch über die Robinie und ihre Verwandschaft zu berichten?
Durch die Zusammenarbeit mit den Bakterien – den Knöllchenbakterien und deren regel-mäßigen Stickstoff-Lieferungen ist die Familie der Schmetterlingsblütler insgesamt sehr erfolgreich. Der Mensch nutzt die Fähigkeiten von Schmetterlingsblütlern und Knöllchenbakterien (sogenannten Rhizobien) aus, indem er die Schmetterlingsblütler auf relativ stickstoffarmen Böden pflanzt und sie später wieder unterpflügt. Klee, Luzerne, Lupine, Wicken-Arten sind als „Brachepflanzen“ für den Ackerbau sehr wichtig. Die Welternährung der Menschen wäre ohne Soja, Erbsen, Bohnen und Linsen als pflanzliche Eiweißproduzenten kaum zu bewältigen!In jüngerer Zeit haben sich über die Zierpflanzenliebhaber weitere Gehölze aus der Verwandtschaft der Robinie bei uns in Mitteleuropa eingebürgert: Glyzinie, Goldregen, Judasbaum, Blasenstrauch, Gleditschie und viele robuste Ginsterarten wachsen allerorts in Gärten und Parks. Die Robinie ist mit ihren weißen hängenden Blüten eine gute Bienenweide – nicht nur für die vielen kleinen Bienenarten sondern gerade auch für Imker. Robinienhonig wird allerdings eher unter dem falschen Namen „Akazienhonig“ angeboten.
Holz der Robinie
Das Holz der Robinie ist außergwöhnlich hart, da sie einen hohen Anteil an Lignin- Holzeinlagerungen im Kern aufbaut. Es enthält sogar Stoffe, die als Antibiotika gegen Holzfäule wirken. Wenn Ihr also einmal in der Naturschutzarbeit Pfähle oder weiteres Konstruktionsholz benötigt, dann ist Robinienholz „genau richtig“ und immer zu empfehlen.Weitere Nutzung
Wegen des schnellen Wachstums der Robinie und ihrer Fähigkeit auch salzige Böden zu vertragen, wird die Robinie als Straßenbaum und auch in der Aufforstung von menschlichen Störflächen genutzt. Ihr schnelles Wachstum und die Fähigkeit über Wurzelausläufer neues Terrain zu erobern hilft auch beim Erstellen von Winderosionsschutz-Hecken.Problematik mit der Robinie
Die gute Nutzfähigkeit der Robinie und ihre Robustheit als Pionierbaum bergen für einheimische Arten eine große Konkurrenz. Viele der baumförmigen Schmetterlingsblütler sind aus anderen Teilen der Erde durch den Menschen in alle Welt verbreitet worden. Daraus ergeben sich vielerorts Probleme: Die Robinie verdrängt bei uns viele einheimische Gehölze und verändert die Zusammensetzung von Wäldern und Artengemeinschaften. In Australien ist übrigens der Besenginster – eine Art aus dem atlantischen Mittel- und Südeuropa zur „Plage“ geworden. „Schuld“ sollten wir aber nicht der Robinie und dem Ginster geben, sondern eben viel mehr auf unseren eigenen menschlichen Einfluß achten!
Was können wir rund um die Robinie tun?
Zunächst einmal können wir uns mit den einheimischen Schmetterlingsblütlern befassen! Einige Arten, wie der Hornklee oder manche Geißklee-Arten sind bei uns beispielsweise die Hauptnahrung einiger hübscher „Bläulinge“ – bzw. derer Raupen (Leguminosen-Bläulinge). Wicken, wie die Vogelwicke oder auch die Platterbsen dienen als Nahrungsquelle für einheimische Insekten.Im Bild ist eine Holzbiene an einer Wald-Platterbse zu sehen.
Hülsenfrüchtesammlung
Eine schöne Idee zum Vorstellen der Pflanzen und zum Vorstellen unserer Tätigkeiten als Ranger ist es, eine kleine Sammlung der verschiedenen trockenen Hülsenfrüchte anzulegen. Gesammelt werden können auch kleine, hülsentragende Zweigabschnitte! Wenn man kleine Baumscheiben schneidet, entsprechende Löcher hineinbohrt und die Zweige darin befestigt, kann man eine kleine „Ausstellung der Hülsen“ arrangieren. Hat man zudem noch die Blätter einiger Arten gesammelt und gepresst, kann man spannende Zuordnungsspiele spielen! Die Erdnuss gehört übrigens auch zu den Verwandten der Robinie!Keimunsversuche
Robinien-Samen finden sich sehr leicht in der Umgebung und meist in hoher Anzahl. Wenn man die Samen mit etwas Watte und einer Lage handelsüblichem Küchenpapier polstert und zwischen festeren durchsichtigen Folien (Overhead-Folien oder „Käse-Verpackungen“ aus dem Recycling-Sack) mit Heftklammern „eintackert“, kann man die Keimung und das Wurzelwachstum der Robinien beobachten. Wichtig ist, dass die Samen zunächst etwas dunkler gehalten werden. Die durchsichtige Folie kann man mit einem Streifen Isolierband abdunkeln und die Abdeckung bei der Beobachtung kurz entfernen. Interessant wird es, wenn man den Samen neben Leitungswasser auch verdünnte Dünge-Lösungen, Überstandswasser aus Kompost, Gartenerde oder lehmtrübem Wasser anbietet. Schaut mal, wo welche Samen am schnellsten gedeihen! Das Wachstum der Robinien ist eben nicht nur vom Nährstoffgehalt des Wassers abhängig, sondern es hängt auch davon ab, ob die Bakterien, welche mit der Robinie zusammenarbeiten möchten, unter den entsprechenden Bedingungen gedeihen können! Wie immer bei einem Versuch: Nehmt mehrere Samen, um einen guten Vergleich zu haben!Bogenbau mit der Robinie
Vielleicht gibt es in Eurer Umgebung einige Stellen, an denen Robinien auch entfernt werden müssen, weil sie in der Nähe von besonderen Naturschutzzonen wegen „Invasionsgefahr“ nicht so gerne gesehen werden! Sie wachsen sehr schnell und werden auch von den Kommunen regelmäßig gekürzt oder beschnitten. Wenn man also in Absprache mit Naturschutzorganisationen bei Pflegemaßnahmen Robinien fällt, kann man die Stämme auch zum Bogenbau benutzen. Das Robinienholz hat eine enorme Druckfestigkeit und auch eine hohe Biegefestigkeit, weshalb es als Balkenholz zum Abstützen oder als stabiles Pfahlholz benutzt wurde. Es ist daher nicht besonders elastisch aber fest….Daher ergibt sich: Ein guter „Robinien-Bogen“ ist ein Langbogen! Als Faustregel gilt: Der Robinien Bogen sollte ungespannt etwa so „lang“ wie der Schütze sein. Dafür sollte man, um noch ein Stück herausschnitzen zu können, Stammabschnitte von etwa 2 m verwenden! Wenn Ihr einen Stamm in entsprechendem Durchmesser von ca. 20 cm habt, muss das Holz erst getrocknet werden. Die Trocknung braucht allerdings Zeit und man sollte bei dicken Stämmen schon etwas geduldig sein. Es gibt noch mehrere „Tricks“: Um zu verhindern, dass das Holz an den Schnittstellen zu schnell austrocknet, kann man die Enden mit handelsüblichem Holzleim abdichten. Die Trocknung ist dann langsamer aber gleichmäßiger! Das Prinzip ist allgemein bei der Vorbereitung von Bogenholz nützlich. Lochbänder aus Metall, die um die Enden der zu trocknenden Stammabschnitte geschraubt werden, verhindern ein Aufreißen. Haarrisse wären später bei der Benutzung für den Bogen der sichere Weg in den „Bogenbruch“. Man verwendet zum Bogenbau „halbe Stämme“. Die Fasern des Bogens sollen in dem genutzten Holzabschnitt nahezu parallel verlaufen. Man sollte sich daher das Holz vor dem Spalten mit Axt und Spaltkeilen (Forstleute oder Schreiner halten sicher noch weitere gute Tipps parat) genau anschauen.
Beim Abziehen des Bogens kann man einen Hobel oder auch ein Zugmesser benutzen (Vorsicht! Sehr scharf!). Bei der Bogenform müsst ihr experimentieren. Der Bogen darf im Ursprung eine Art abgeflachtes, gleichmäßiges „Brett“ sein! „Vorsicht“ beim Wegnehmen des Holzes! Außen wird der Bogen stärker gekrümmt, als in der Mitte – daher nimmt man am Ende der Bogenherstellung außen etwas mehr „Dicke“ von dem ursprünglichen „Brett“ weg als in der Mitte am Griff. Die Einkerbungen für die Bogensehne sollten ebenfalls sehr vorsichtig vorgenommen werden und nur außen und ein wenig an den Seiten des Bogens verlaufen. Zunächst ist es sicherer, die Enden dicker zu lassen und die Kerbe für die Sehne nach und nach einzukerben.
Wer noch mehr zu Baumarten wissen möchte, der kann unter www.baumkunde.de allgemein viele Dinge herausfinden – von dort ist auch die Abbildung des Blattes!
Viel Spaß beim „neugierig-sein“ wünscht Euch Frank