Das Damwild

Ein Hirsch! 
Nein...
Ein Reh!
Nein...
Ein Damwild!
Ja was denn nun?????
Um das Ganze mal ein bisschen zu entwirren: 
 „Hirsch“ (Cervida) nennt sich die Familie, die zur Ordnung der Paarhufer (Artiodactyla) gehört. 
Am besten zu erkennen sind Hirsche an ihren Geweihen, die meist nur von den männlichen Tieren getragen werden. Diese Geweihe bestehen aus Knochensubstanz, die jährlich abgeworfen und neu gebildet werden; also anders als bei den Hörnern der Hornträger. 

Diese Familie der „Hirsche“ lässt sich wieder in rund 45 Arten aufteilen. 
Diese zu unterscheiden ist manchmal gar nicht so einfach. Aber auch hier gilt das Geweih der Männer als bestes Erkennungsmerkmal einer Art. 
Zu den Arten zählen Rehe, Rentiere, Elche, Rothirsche und auch das Damwild, welches wir hier etwas genauer betrachten wollen. 

All diese Arten lassen sich nun also unter „Hirsche“ zusammenfassen! 

Der Damhirsch ist mit seinen 65 bis 110kg deutlich größer als das Reh mit 15 bis 30kg. Im Gegensatz zum Rothirsch (ab 100kg) ist es aber leichter und durch einen kürzeren Hals und kürzere und minder starke Läufer auch kleiner. 
Beim Geweih gibt es deutliche Unterschiede: So hat das Reh ein gerades, spitzes und kurzes Geweih, das aus einer Stange mit max. drei Sprossen besteht. Das Geweih eines Rothirschs dagegen ist ein großes, spitzes und je älter es wird auch ein verzweigteres Geweih. Das Damwild hat wiederum ein schaufelförmiges Geweih mit Sprossen am hinteren Rand.

Die Fellfärbung des Damwilds ist im Sommer braunrötlich, aber die Unterseite und die Innenseite der Beine ist weiß gefärbt. Dazu kommen weiße Flecken auf der Oberseite. Im Winter färbt sich die Kopf- und Halsregion braungrau, der Rest wird dunkel bis schwärzlich. Die Unterseite ist aschgrau gefärbt und damit wieder der hellste Bereich. Außerdem ist der „Spiegel“ (Hinterseite der hinteren Oberschenkel) durch eine hellere Fellfärbung gekennzeichnet, so dass der Schwanz sich vor diesem hellen Hintergrund gut abhebt. Dieser „Spiegel“ ist wiederum von einer dunkleren Haarlinie umrandet. 

Das Damwild ist in seiner Lebensweise dem Rothirsch sehr ähnlich. Jedoch ist das Damwild genügsamer, d.h. es ist nicht ganz so anspruchsvoll und hält sich auch gern in parkähnlichen Landschaften auf. Es ist auch nicht ganz so scheu wie das Rotwild. Am meisten ernähren sich Damhirsche von Gras und Laub und sind wie Kühe Wiederkäuer. 
Das Damwild hat ein perfektes Sehvermögen, auch riechen kann es echt gut. Nur beim Hören kann es nicht so mithalten. 
Und ja… auch das Damwild kann „röhren“, so wie es alle Hirscharten tun. 
Gerade jetzt zur Herbstzeit hat man vielleicht das große Glück einen Hirsch röhren zu hören. Zwischen Anfang Oktober und Mitte November buhlen die Hirsche um die Damen. Durch das „Röhren“ machen sie natürlich auf sich aufmerksam, so dass die Damen neugierig in kleinen Grüppchen diese Stimmgewalt aufsuchen. Der Rothirsch ist sogar richtig dreist, denn er treibt die Damen zu einer Gruppe zusammen und hindert sie am weggehen. Da sind die Damhirsche etwas kulanter. 

Kleine Kälber werden dann im Sommer so zwischen Juni bis Ende Juli geboren. Meist nur eins, gelegentlich auch mal zwei. Damhirsche können ca. 25 Jahre alt werden. 

Während der letzten Eiszeit wurde die bis dahin in ganz Mitteleuropa verbreitete Damwildpopulation weit nach Süden und Südosten hin verdrängt. Dank Zuchtbeständen in Dänemark konnte sich von dort her das Damwild wieder verbreiten. Daher haben wir heute die Möglichkeit, Damwild zu beobachten. 

Und wer sich das Damwild mal aus nächster Nähe anschauen will ohne Lange auf der Lauer liegen zu müssen, der kann der Heinz Sielmann Stiftung auf Gut Herbigshagen bei Duderstadt einen Besuch abstatten. Dort gibt es ein Damwildgehege mit Aussichtsplatform. Na? Ist doch ein toller Tip für einen Herbstspaziergang!
























(Fotos u. Zeichnung: M. Meier)
X