Der Europäische Laubfrosch (Hylo arborea)

Es ist genau die Zeit der Frösche, das Frühjahr. Bei pflanzenreichen Gewässern (vor allem mit Schildbewachsung), Feuchtwiesen oder Waldrändern sind sie zu Hause. Dort, wo sie vor Feinden geschützt sind, aber auch genug Insekten zum Abendessen futtern können.

Die Laubfrösche haben eine grüne, gelbliche oder braune Grundfärbung, können sich aber schnell an die farbliche Umgebung anpassen. Das erleichtert natürlich die Jagd auf die Insekten.

Der Europäische Laubfrosch ist etwa 5cm groß und ist an der Oberseite laubgrün. Dieses Grün wird durch ein schwarzes Band, welches an der Nase beginnt, über die Augen bis zu den Hinterbeinen verläuft, von der weißlichen Unterseite getrennt.

Und warum kann der Laubfrosch nun das Wetter vorhersagen?

Unser Europäische Laubfrosch besitzt unter den einheimischen Froschlurchen als Einziger die Fähigkeit klettern zu können. Er besitzt Haftscheiben an Finger und Zehenenden, die ihm auch bei rauen windigem Wetter guten Halt bieten. Beim Klettern an glatten Oberflächen wird das flexible Endglied der Finger auf die Unterlage gepresst und durch leichtes, rückwärts gerichtetes Ziehen fixiert. So kann er Sträucher, Stauden, Halme und selbst spiegelglatte Oberflächen problemlos hinaufklettern. Er liebt es bei schönem Wetter sich ein kleines Sonnenbad zu gönnen und nebenbei ein paar Insekten zu naschen. Insekten fliegen bei schönem Wetter nämlich höher als bei schlechtem. So bleibt der Laubfrosch bei schlechtem Wetter natürlich eher am Boden, um dort seine Mahlzeiten einnehmen zu können. Das ist uns Menschen irgendwann aufgefallen und packten ihn daher in ein Glas mit einer Leiter in der Hoffnung er würde uns für morgen die Sonne voraussagen. Heutzutage sollten wir aber gelernt haben, dass Laubfrösche nicht in Gläser eingesperrt werden sollten. Falls wir den Laubfrosch nach dem Wetter fragen wollen, so können wir ja draußen nach ihm Ausschau halten!

Und wenn wir dies zu abendlicher Stunde machen, so haben wir sicherlich die Ehre ihrem Konzert zu lauschen. Ihr Gequake ist nämlich nicht zu überhören. Männliche Laubfrösche nutzen Resonanzschallblasen, um ihr Gequake zu verstärken. Die Schallblase eines Laubfrosches sitzt direkt am Hals und ist im ungenutzten Zustand kaum zu sehen. Aber bei Einsatz füllen sie sich mit Luft. Die Laubfroschdamen sind vor allem von besonders lautem Gequake beeindruckt, daher geben die Männchen natürlich alles und versuchen sich gegenseitig zu übertönen. Es kann also ganz schön laut sein an bei so einer Laubfrosch-Singleparty.

Von April bis Juni werden wallnußgroße Laichklumpen mit 3-50 Eiern abgelegt. Eine Laubfroschdame produziert in etwa 200-1400 Eier. Die Eier sind auf der Oberseite hellbraun bis gelblich und an der Unterseite weiß. Der Kern hat einen Durchmesser von 1,5-2mm und die Gallerte (eine glibbrige geleeartige Substanz, die den Kern umgibt) ist nochmals 3-4mm dick.

Bei warmen Temperaturen schlüpfen bereits nach zwei bis drei Tagen die Kaulquappen. Die Kaulquappen sind goldgrün gefärbt und entwickeln ins innerhalb von zwei bis drei Monaten zum landlebenden Tier.


Im Winter benötigt der Laubfrosch als wechselwarmes Tier grundsätzlich frostfreie, terrestrische Überwinterungsplätze wie Erdhöhlen, große Laubhaufen, Bodenlückensysteme im Wurzelbereich von Laubbäumen sowie Stein- und Bodenspalten. Diese Orte sucht bereits ab Oktober auf, um dort dann überwintern zu können. Er passt seine Körpertemperatur nämlich seiner Umgebung an und ist daher im Winter durch die Kälte eher unaktiv.

Während der Winterruhe kann er genug Energie für den nächsten Frühling sammeln. Dann kann er wieder lauthals die verschlafenen Weibchen herbeiquaken.

2008 war der Laubfrosch übrigens „Lurch des Jahres“!

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