Sielmanns Natur-Ranger
Deutschland e.V.
Die Jugendorganisation der Heinz Sielmann-Stiftung
Von Kellertier und Teichtieftauchern
Die Gliedertiere entwickelten sich aus wurmähnlichen Meereslebewesen, welche zunächst durch Panzerung ihrer Segmente und später durch Entwicklung von Beinen (Gliedmaßen) und Reduzierung und Spezialisierung der Körperabschnitte verschiedene sehr erfolgreiche Gruppen bildeten, die in Ihrer Artenzahl das Leben auf der Erde beherrschen.
Spinnentiere atmen nicht durch Tracheen, wie sie bei den Insekten und Tausendfüßlern vorliegen. Während Tracheen mit zahlreichen Öffnungen entlang der seitlichen Körperlinie quasi direkt in jeden Bereich des Insektenkörpers den notwendigen Sauerstoff über kurze Distanz einströmen lassen, atmen die Spinnentiere - speziell Webspinnen - „klassischerweise“ durch eine Fächerlunge, deren Öffnung sich im vorderen Teil auf der Unterseite des Hinterleibes befindet. Die relativ schlechte Sauerstoffversorgung über eine punktuelle Atemöffnung ohne ein effizientes Adersystem ( „Wir Wirbeltiere“ besitzen ja Blut in den Adern!) macht Spinnen daher zu schlechten „Ausdauersportlern“ und Verfolgern, wie es Ameisen sind. Vielmehr sind Spinnen daher „Auflauerlieger“ und „Überrumpler“, die den relativen Nachteil ihrer Atmung durch die evolutionäre Hochentwicklung ihrer Seide ausgleichen konnten und in diesem Spezialgebiet die „erste Liga“ im Tierreich darstellen!
Die Familie der Trichterspinnen ist neben der Art ihrer Behausung auch gut an den zwei langen äußeren Spinnwarzen zu erkennen. Die Spinnwarzen sind zweigliedrig und überragen meist deutlich sichtbar den Hinterleib. Im Bild rechts oben sind sie von unten sichtbar skizziert. Auch die Gruppe der Sackspinnen, zu denen der auch für uns giftige „Dornfinger“ gehört, hat recht lange Spinnwarzen. Die Behausung der Sackspinnen ist aber ein dichter Schlauch, den die Tiere gern zwischen den Blattspreiten mancher Gräser spinnen. Einige Sackspinnen-Röhren finden wir auch unter Steinen oder Holz in feucht-frischem Boden!
Im Spätsommer ist in niedriger Vegetation oft eine weitere verwandte Art der Trichterspinnen zu finden: Die Gemeine Trichterspinne legt ihre Wohnröhren gerne im sonnigen Gras einer Böschung an und ist auch an Ruderalstandorten im Stadtrandbereich nicht selten. Sie jagt vor allem auch nach Kurzfühlerschrecken, wie dem Gemeinen Grashüpfer, dem Nachtigallgrashüpfer oder dem Braunen Grashüpfer, die sich nach dem Sprung in ihrem Netz verfangen. Wenn man geschickt mit einem feinen Grashalm am Netzrand der Spinne Vibrationen auslöst, kann man die Art mit dem hübsch „getigerten“ Hinterleib herauslocken und beobachten... Aber bitte nicht ständig ärgern!
Interessant ist auch, dass die Trichterspinne – und auch die Winkelspinne - an ihren Füßen jeweils zwei nach außen gebogene Haarborstenreihen tragen. Diese verhindern, dass sich Trichterspinnen selbst in ihren Netzen verfangen.
Wegen der silbrig glänzenden Luftschicht auf ihrem Hinterleib und in ihrem Netz trägt sie den schönen wissenschaftlichen Gattungsnamen: „Argyroneta aquatica“ (argyros =Silber/ neein =spinnen/ aquatica =im Wasser lebend). Die Art der Atmung durch den Vorgang, dass Sauerstoff aus dem Wasser in die von Insekten und Spinnen im Wasser benötigten „Luftblasen“ nachdiffundiert (Beim Gelbrandkäfer am Hinterleib – bei der Wasserspinne an Hinterleib und „Glocke“), nennt man: Physikalische Kieme.
Übrigens: Der Biss einer Wasserspinne ist für den Menschen durchaus unangenehm, wenn auch nicht wirklich gefährlich! Eine Wasserspinne erbeutet wenn sie aus ihrem Versteck vorprescht auch Libellenlarven, Kaulquappen und sogar kleine Fische! Diese teils relativ kräftigen Beutetiere dürfen nach einem Biss der Spinne selbstverständlich nicht entkommen. Gerade im Wasser wäre die Verfolgung einer noch lebenden Beute, die erschreckt zu entkommen sucht, für die eher langsame Wasserspinne kaum möglich. Sie ergreift ja meist die Opfer, die unmittelbar unter ihrer „Glocke“ erscheinen. Langsame Beutetiere wie Wasserasseln können natürlich auch auf einer kleinen Strecke verfolgt werden…. Doch zu groß würde die Gefahr, selber im Fischmagen zu enden, wenn die Spinne ständig außerhalb ihrer Tauchstation unterwegs wäre. Daher – nur so zur Überlegung- ist „Giftigkeit“ immer auch in Bezug zur Beute eines Tieres zu sehen – auch die Seeschlangen haben in ihrer erfolgreichen Spezialisierung an die Unterwasserwelt schließlich ein starkes Nervengift entwickelt, ebenso einige Quallen oder fischjagende Schnecken!
Spinnentiere atmen nicht durch Tracheen, wie sie bei den Insekten und Tausendfüßlern vorliegen. Während Tracheen mit zahlreichen Öffnungen entlang der seitlichen Körperlinie quasi direkt in jeden Bereich des Insektenkörpers den notwendigen Sauerstoff über kurze Distanz einströmen lassen, atmen die Spinnentiere - speziell Webspinnen - „klassischerweise“ durch eine Fächerlunge, deren Öffnung sich im vorderen Teil auf der Unterseite des Hinterleibes befindet. Die relativ schlechte Sauerstoffversorgung über eine punktuelle Atemöffnung ohne ein effizientes Adersystem ( „Wir Wirbeltiere“ besitzen ja Blut in den Adern!) macht Spinnen daher zu schlechten „Ausdauersportlern“ und Verfolgern, wie es Ameisen sind. Vielmehr sind Spinnen daher „Auflauerlieger“ und „Überrumpler“, die den relativen Nachteil ihrer Atmung durch die evolutionäre Hochentwicklung ihrer Seide ausgleichen konnten und in diesem Spezialgebiet die „erste Liga“ im Tierreich darstellen!
Trichterspinnen
Einen punktuell sehr interessanten Focus werfen wir auf die Trichterspinnen, deren Vertreter im Haus, in der Hecke und im Gartenteich zu finden sind. Wer kennt sie nicht, die dichten Gespinste, die trichterförmig in den Ecken der Kellerfenster oder zwischen den eingelagerten Blumentöpfen im Keller verwoben werden? (Bild mitte) Urheber solcher Netze ist eine Vertreterin der Trichterspinnen, die wegen ihrer Nähe zum Menschen sogar „Winkelspinne“ oder „Haus-Spinne“ genannt wird. Die Winkelspinne versteckt sich tagsüber in ihrem Gespinst. Nachts ist sie aktiv und geht auf Jagd oder sie fängt Asseln, Käfer und andere Gliedertiere, die an die ausgespannten Fäden vor ihrer Wohnröhre stoßen und damit die Spinne auf sich aufmerksam machen. Die Männchen der Winkelspinne sind kleiner als die Weibchen und an den vergrößerten Kieferntastern gut zu erkennen. Auf der Suche nach den Weibchen streifen sie im Sommer umher und werden von uns auch häufiger an der Flurwand oder auf dem Boden angetroffen.Die Familie der Trichterspinnen ist neben der Art ihrer Behausung auch gut an den zwei langen äußeren Spinnwarzen zu erkennen. Die Spinnwarzen sind zweigliedrig und überragen meist deutlich sichtbar den Hinterleib. Im Bild rechts oben sind sie von unten sichtbar skizziert. Auch die Gruppe der Sackspinnen, zu denen der auch für uns giftige „Dornfinger“ gehört, hat recht lange Spinnwarzen. Die Behausung der Sackspinnen ist aber ein dichter Schlauch, den die Tiere gern zwischen den Blattspreiten mancher Gräser spinnen. Einige Sackspinnen-Röhren finden wir auch unter Steinen oder Holz in feucht-frischem Boden!
Im Spätsommer ist in niedriger Vegetation oft eine weitere verwandte Art der Trichterspinnen zu finden: Die Gemeine Trichterspinne legt ihre Wohnröhren gerne im sonnigen Gras einer Böschung an und ist auch an Ruderalstandorten im Stadtrandbereich nicht selten. Sie jagt vor allem auch nach Kurzfühlerschrecken, wie dem Gemeinen Grashüpfer, dem Nachtigallgrashüpfer oder dem Braunen Grashüpfer, die sich nach dem Sprung in ihrem Netz verfangen. Wenn man geschickt mit einem feinen Grashalm am Netzrand der Spinne Vibrationen auslöst, kann man die Art mit dem hübsch „getigerten“ Hinterleib herauslocken und beobachten... Aber bitte nicht ständig ärgern!
Interessant ist auch, dass die Trichterspinne – und auch die Winkelspinne - an ihren Füßen jeweils zwei nach außen gebogene Haarborstenreihen tragen. Diese verhindern, dass sich Trichterspinnen selbst in ihren Netzen verfangen.
Die Wasserspinne
Eine ganz besondere Anpassung und Spezialisierung hat die Wasserspinne entwickelt. Sie baut ihr glockenförmiges Netz unter der Wasseroberfläche. Mit speziellen Haaren, die beim Abtauchen unter die Wasseroberfläche die Luft am Körper halten, bringt sie einen Luftvorrat sogar aktiv unter die Wasseroberfläche – denn sie „bürstet“ die Luft regelrecht in ihre Taucherglocke aus! Durch das dünne Seidengespinst, welches die Luftblase als Aufenthaltsraum für die Wasserspinne zwischen den Wasserpflanzen hält, kann sogar nachträglich der im Wasser gelöste Sauerstoff in die „Tauchkammer“ diffundieren, wenn die Spinne Sauerstoff verbraucht. So muss die Wasserspinne den Luftvorrat nicht so häufig erneuern.Wegen der silbrig glänzenden Luftschicht auf ihrem Hinterleib und in ihrem Netz trägt sie den schönen wissenschaftlichen Gattungsnamen: „Argyroneta aquatica“ (argyros =Silber/ neein =spinnen/ aquatica =im Wasser lebend). Die Art der Atmung durch den Vorgang, dass Sauerstoff aus dem Wasser in die von Insekten und Spinnen im Wasser benötigten „Luftblasen“ nachdiffundiert (Beim Gelbrandkäfer am Hinterleib – bei der Wasserspinne an Hinterleib und „Glocke“), nennt man: Physikalische Kieme.
Übrigens: Der Biss einer Wasserspinne ist für den Menschen durchaus unangenehm, wenn auch nicht wirklich gefährlich! Eine Wasserspinne erbeutet wenn sie aus ihrem Versteck vorprescht auch Libellenlarven, Kaulquappen und sogar kleine Fische! Diese teils relativ kräftigen Beutetiere dürfen nach einem Biss der Spinne selbstverständlich nicht entkommen. Gerade im Wasser wäre die Verfolgung einer noch lebenden Beute, die erschreckt zu entkommen sucht, für die eher langsame Wasserspinne kaum möglich. Sie ergreift ja meist die Opfer, die unmittelbar unter ihrer „Glocke“ erscheinen. Langsame Beutetiere wie Wasserasseln können natürlich auch auf einer kleinen Strecke verfolgt werden…. Doch zu groß würde die Gefahr, selber im Fischmagen zu enden, wenn die Spinne ständig außerhalb ihrer Tauchstation unterwegs wäre. Daher – nur so zur Überlegung- ist „Giftigkeit“ immer auch in Bezug zur Beute eines Tieres zu sehen – auch die Seeschlangen haben in ihrer erfolgreichen Spezialisierung an die Unterwasserwelt schließlich ein starkes Nervengift entwickelt, ebenso einige Quallen oder fischjagende Schnecken!