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Gefahr von oben

Jäger der Lüfte

Das Treffen am 15. Oktober fand im Vogelpark Bobenheim-Roxheim statt. Über geheime Schleichwege gelangten alle Ranger von ihrem Grundstück am Nonnenhof sicher und schnell zu den ersten Volieren, wo unsere Führung, geleitet durch einen Ex-Ranger und einige seiner Freunde, stattfinden sollte. Passend zu unserem Thema: „Jäger der Lüfte“, besuchten wir zuerst zwei Steinkäuze, die auch unsere Patentiere sind. Sie heißen Ron und Sirius, was die beiden Eulen wahrscheinlich etwas verwirrt, da Ron eigentlich ein Weibchen ist. Das war aber nicht unser Fehler, wie uns Rainer Berentz und sein Sohn Lukas erläutern. Bei Raubvögeln ist es nämlich der Fall, dass das Geschlecht erst nach etwa einem Jahr, durch die Färbung des Gefieders, festgestellt werden kann. Einer der Steinkäuze (wir können sie leider immer noch nicht genau unterscheiden) ließ sich sogar mehr oder weniger freiwillig von uns streicheln. Im Gegensatz zum größeren Mäusebussard, den wir kurz darauf kennenlernten, hat die Eule viel weichere Federn, die es ihr ermöglichen fast geräuschlos zu fliegen.

Diese Fähigkeit braucht der Mäusebussard aber gar nicht, da er „zu Fuß“ am Boden jagt. Diese Eigenschaft hätten man vielleicht eher dem Wanderfalken zugeschrieben, doch dieser hat eine ganz eigene Methode: Mit seinem „Falkenblick“ könnte er eine Zeitung in 400 Meter Entfernung lesen und so kann er sogar Urinspuren von Mäusen durch die Lichtbrechung erkennen. Dann muss er nur noch die Spur verfolgen, sich auf die Beute herabstürzen und sie mit einem Biss in das Rückgrat töten. Im Gegensatz dazu töten Raubadler, Wüstenbussarde und andere Greifvögel, die wir alle aus nächster Nähe besichtigen durften, ihre Beute mit ihren kräftigen Klauen.

Das absolute Highlight war die Erfahrung, dass Raubvögel immer den nächsthöchsten Punkt als Standort wählen, da sie dort den besten Überblick haben. Dieses Experiment durften wir am eigenen Körper erfahren, indem uns nämlich ein Wanderfalke vom ledernen Falknerhandschuh auf den Kopf stieg.

Gegen 13 Uhr ging ein sehr spannendes Rangertreffen zu Ende und viele Rangerfamilien nutzen die Gelegenheit, um auch die anderen Vögel zu betrachten.